Das Elend des Kapitalismus

Es war einmal…

… und wenn sie nicht gestorben sind, so verhandeln
sie noch heute.
Seit mehr als zwei Monaten wird nun mit der Charité
über das Eckpunktepapier verhandelt. Aber ein
unterschriftsfähiger Tarifvertrag ist immer noch
nicht in Sicht. Dass das alles ziemlich kompliziert
ist, muss uns keiner erklären. Doch haben wir das
Recht, zu wissen, was der aktuelle Stand der Verhandlungen
ist, denn die Leidtragenden sind wir,
die weiter auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen
warten müssen. Ganz ohne Druck scheint
es offenbar nicht zu gehen. Unsere Geduld ist
nicht ewig strapazierbar – das sollten wir sowohl
der Charité als auch verdi klar machen.

Die CFM sozial

Klingt fast wie eine neue Pizza-Sorte, aber nein,
die CFM prahlt mit ihrem sozialen Engagement im
CFM Kurier. Dabei betont sie die Teilnahme an
sozialen Projekten wie „Berlin braucht dich!“. Von
diesem Engagement merken wir auf Arbeit leider
nur wenig – wir erinnern an den tariflosen Zustand
und die Nasenpolitik, die uns die CFM jeden Tag
mit vollem Engagement entgegenschleudert.

Privat-Loft im Hochhaus

Obwohl die Fertigstellung des Hochhauses immer
noch in der Zukunft liegt, hat die Charité schon die
erste Etage verscherbelt. Eine der oberen Stockwerke
soll angeblich ein Scheich angemietet haben,
damit er selbst, seine Familie und Freunde
immer gut versorgt sind. Und für die Zeit, in der
der Scheich und Co mal nicht krank sind, läuft die
Etage auf Bereitschaft. Und wir dachten, es
herrscht Bettenmangel in Berlin.

Schwerer Systemfehler – Neustart erforderlich

Notfall Rettungsstellen – vermehrt war die Situation
in den 45 Berliner Rettungsstellen Thema in
der Presse. Zu viele Patienten, stundenlange Wartezeiten,
fehlende Betten. Dabei haben wir noch
die Behauptungen des Senats in den Ohren, Berlin
müsse „Kapazitäten abbauen“ – sparen bis es
quietscht. Auch wenn der Senat jetzt Investitionen
verspricht, sind schon wieder Ausflüchte zu hören.
Als eine Ursache werden die „bekloppten“ Berliner
ausgemacht, die mit Kopfweh in die Notaufnahme
strömen statt zum Hausarzt. Sicher gibt es auch
so etwas – aber das zeigt doch vor allem, dass im
Gesamtgesundheitssystem der Wurm drin ist. Das
Übel beginnt da, wo die medizinische Versorgung
vom Geld abhängig gemacht wird. In einem der
reichsten Länder der Erde ist das ein Armutszeugnis.

Fördern oder veralbern?

Boah, wat is die Charité wieder stolz auf sich, weil
sie doch so viel tun für Wissenschaftlerinnen und
Ärztinnen. Alles kolossal sozial und geradezu betreutes
Arbeiten bei uns. Anlässlich der für den
7.10 geplanten Infoveranstaltung feiert die Charité
all die Beratungs- und Förderinstrumente, die sicher
jede für sich gut und hilfreich sein können.
Doch komplett ausgeblendet wird dabei die Tatsache,
dass sich auch die Ärztinnen und Wissenschaftlerinnen
an der Charité von Befristung zu
Befristung hangeln. Laut Einhäupl sei dies „Voraussetzung
für jede gute Forschung“. Bei allem
„Förderungs-Zuckerguss“ – was hilft’s, wenn er
doch nur prekäre Beschäftigung überdecken soll.

(Billige) Fachärzte willkommen

In den nächsten Jahren bildet die Charité saudiarabische
Mediziner zu Fachärzten aus. Dafür hat
Saudi-Arabien auch eine ordentliche Stange Geld
hingelegt. Dies ist jedoch nicht nur Praxis aus dem
Nahen Osten, sondern auch osteuropäische Länder
zahlen kräftig für deutsche Ausbildungsplätze.
Eigentlich ist es eine gute Sache, wenn Menschen
hier ausgebildet werden. Doch obwohl das Geld
fließt, werden von den Krankenhäusern Verträge
aufgesetzt für die Mediziner, deren Gehalt deutlich
unter dem Tarif liegt oder in denen die Vergütung
gar nicht geregelt wurde. Es ist also wie immer: Es
wird gespart und ausgebeutet, obwohl das Geld
da ist.

Der CFM geht’s gut

Dies wird im aktuellen Quartalsbericht über die
wirtschaftliche Lage der CFM berichtet. Leider
merkt nur das Konto von Giebe und Co etwas von
dieser „positiven“ Weiterentwicklung. Außerdem
wird des Öfteren betont, dass es „leichte Umsatzrückgänge“
aufgrund des Charité Streiks gegeben
haben soll. Wir sollten uns mal vorstellen, wie der
Bericht aussehen würde, wenn wir wieder alle gemeinsam
auf die Straße gehen. Denn ohne Druck
– und das sehen wir gerade an den Verhandlungen
bei der Charité – läuft rein gar nichts!

Betriebsversammlung CFM

Am 21.09 (CCM + CVK) und am 24.09 (CBF) ist
Betriebsversammlung der CFM. Es soll u.a. um
das Verhalten bei Personalgesprächen und Bildungsurlaub
gehen. Dies könnte nicht nur für die
interessant sein, die wahrscheinlich bald Unterstützung
in den Personalgesprächen über ihre Altverträge
benötigen.

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