Zweihundert Jahre Karl Marx – Sind seine Ideen veraltet?

Sie machen sich die Welt…

Der Charité wird vom Lagetsi Druck gemacht, die
gesetzliche Pausenregelung einzuhalten. Die Centrumsleitungen
müssen dafür die Voraussetzungen schaffen.
Das können sie nicht. Darum wollen sie uns zwingen,
nicht zu dokumentieren, wenn wir wieder mal keine
Pause nehmen konnten. Nur das bezweckt ihre derzeitige
Kampagne auf den Stationen. Darum ein paar
Erinnerungen: Die Pause darf höchstens in zwei
Abschnitte á 15 Minuten aufgeteilt werden. In neun
Stunden steht uns eine Pause von 45 Minuten zu! In der
Pause wird keine Bereitschaft geschuldet, auch nicht für
Fragen von angeblichen Pausenablösungen. Eine Nacht
allein heißt, ohne Pause zu arbeiten. Die Zigarette mit
dem Stationstelefon am Ohr ist keine Pause. Das Sitzen
und Warten auf die Klingel ist ebenso keine, wie das
Essen am PC. In der Pause ist man einfach gar nicht da.
Darum kann auch keine Servicekraft als Pausenablösung
für eine Pflegefachkraft eingesetzt werden. Wir befürchten,
dass das die PD trotz ihres derzeitigen Studiums nicht lernen wird, darum müssen wir unsere
Pausen selber durchsetzen.

Es ist eine alte Geschichte

doch bleibt sie ewig neu. Ausgliederungen von
Tochterunternehmen zur Tarifflucht betreibt die Charité
nicht nur bei der CFM. Bei den Therapeuten nennt sich
diese Schweinerei CPPZ und bedeutet für die
Betroffenen bis zu 600€ Lohnverlust im Monat. Ganz klar
– damit darf die Charité auf Dauer nicht durchkommen.
Ändern wird es sich nur, wenn die Kolleg_innen sich
wehren – und dazu brauchen sie alle Solidarität, die sie
von uns kriegen können.

Alte Forderungen rosten nicht

Mehr als 100 Pflegekräfte und 44 neue Ärzte wurden laut
Charité im Jahr 2017 zusätzlich eingestellt und zusätzlich
1,8 Mio. € Gewinn gemacht. Selbst wenn das mit dem
zusätzlich stimmt, ist dies nur ein Tropfen auf dem heißen
Stein. Wir können immer noch keine Pausen nehmen,
nachts sind wir auch allein oder Patient_innen können
nicht ausreichend betreut werden. Natürlich wird es nicht
mehr Pflegepersonal von heute auf morgen geben, doch
sollte die Zukunft klar formuliert sein: 1:5 auf
Normalstation, 1:2 auf Intensiv und keine Nacht allein!

CFM – nicht alles auf einmal verprassen

Es ist still geworden in der CFM… und soll es nun bis
2019 so bleiben? Nur weil wir mit 11€ Grundlohn schon
gar nicht mehr wissen, wohin mit dem ganzen Geld, heißt
das nicht, dass wir seelenruhig zuschauen werden, wie
sich die CFM auf die nächsten Streiks vorbereitet. In den
nächsten Monaten müssen wir aktiv bleiben, mit
Kolleg_innen über Forderungen diskutieren, weiter
überzeugen, dass Streik sich lohnt und vor allem, uns
nicht spalten lassen! Denn genau das wird die CFM nach
unserer Erfahrung wieder versuchen. Es wird wieder hier
und dort ein paar Verbesserungen für Einzelne geben,
doch darauf dürfen wir nicht reinfallen! Die CFM Chefs
sollen jetzt schon schlecht schlafen, wenn sie daran
denken, dass wir bald wieder vor ihrer Tür stehen!

Verstanden?

Die Aufgaben der Pflege werden immer
anspruchsvoller… die Pflegepraxis soll sich auf
wissenschaftliche Erkenntnisse stützen. So labert die PD
und zieht daraus die Konsequenz, einen neuen Bachelor
of Science in Pflege an der Charité zu starten und
Hilfsärzte ausbilden zu lassen. Wir finden es aber
skandalös, dass der Direktor des Instituts für
Gesundheits- und Pflegewissenschaft als Inhalt dieses
Studiums benennt: „Sie sollen das eigene Handeln
hinterfragen und auswerten können.“ Ahaaa, als hätten
wir das all die Jahre einfach vergessen.

Walk of Care

Liebe Auszubildende in der Krankenpflege, am 12.05.18
um 15 Uhr treffen wir uns im Invalidenpark zum Laufen,
Tanzen, Singen und zur Demonstration für eine
menschenwürdige Pflege. Da können wir auch gleich
einmal die Debatte aufnehmen, wie wir uns gegen die
Entwertung der betrieblichen Ausbildung in der
Krankenpflege zur Wehr setzen. Ein Bachelor- oder
Masterabschluss heilt noch lange keine Wunden, führt
nicht zwangsläufig suffiziente Prophylaxen durch oder
kann automatisch den Patient_innen mit Empathie zur
Seite stehen. Und lasst uns daran erinnern: Auch die
Allzweckwaffe der Charité, die PD, hat nur eine
dreijährige Pflegeausbildung. Jedenfalls bis auf Weiteres.

Strafe muss sein

Das Heliosklinikum Salzgitter muss blechen – 135.000€
Strafe aufgrund rechtswidriger Dienstplanänderungen.
Schon 2009 hat das zuständige Arbeitsgericht
Braunschweig per Beschluss der Klinik auferlegt,
Beschäftigte nicht anders einzusetzen, als dies im
Dienstplan vorgesehen ist. Doch auch neun Jahre später
müssen Kolleg_innen aufgrund der dünnen
Personaldecke ständig aus dem Frei geholt werden oder
kurzfristig für Krankheitsfälle einspringen. Gemessen am
Gewinn ist die Strafe viel zu wenig!

Das ham wa uns schon gedacht

Eine aktuelle Umfrage des Dachverbandes der
Betriebskrankenkassen belegt es nun mit klaren Zahlen:
Arbeit in der Pflege macht krank. Jährlich sind
Beschäftigte in der Krankenpflege im Durchschnitt 19,3
Tage arbeitsunfähig geschrieben gegenüber 16,1 Tagen
im Bundesdurchschnitt der anderen Branchen. Der Anteil
psychischer Störungen liegt dabei bei 3,4 Fehltagen
gegenüber 2,3 im Bundesdurchschnitt. Leider wurde nicht
untersucht, wie sich diese Störungen innerhalb der
Pflegehierarchie verteilen. Manchmal drängt sich der
Verdacht auf, für bestimmte Führungspositionen waren
psychische Störungen Einstellungsvoraussetzung.

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