Revolutionär Sozialistische Organisation

BVG: Den Streikenden geht es um mehr als höhere Löhne

Montag 17. März 2008

Elf Tage streikten die Beschäftigten der Berliner Verkehrsbetriebe BVG. Bekannt ist, dass die BVGler 2005 Lohnkürzungen von etwa 10 % akzeptieren mussten. Die Gewerkschaft verdi hatte damals zugestimmt, weil der Berliner Senat im Gegenzug eine Bestandsgarantie für die BVG bis 2020 gab und die Wochenarbeitszeiten gesenkt wurden. Wenn die Streikenden nun völlig zu Recht 12 % mehr Lohn, aber mindestens 250 Euro mehr für alle fordern, so ist das gerade Mal ein Ausgleich für diese Verschlechterungen. Doch in erster Linie sind die Arbeitsbedingungen die entscheidenden Probleme. Trotz kürzerer Arbeitszeiten müssen die Fahrer immer längere Strecken zurücklegen. Manch ein Straßenbahnfahrer fährt statt 100 km wie früher, nun 130 km am Tag. Wendezeiten werden unglaublich knapp bemessen. Am Ende einer Linie bleibt kaum Zeit, in die Stulle zu beißen. 10-Stunden-Schichten sind nicht ungewöhnlich. Von Pause kann nicht die Rede sein, wenn die eine Stunde mitten in der Nacht an der dunkelsten Ecke Berlins, wo es nicht einmal einen Pausenraum gibt, eingeplant wurde. Immer wieder gibt es Angriffe auf Busfahrer. Doch für sichere Fahrerkabinen will die BVG kein Geld ausgeben. Personal wird seit Jahren nicht eingestellt, Azubis werden nicht übernommen. Egal ob bei den Schlossern der Werkstätten oder den Busfahrern – überall fehlen Leute. Mehr Geld ist nicht schlecht, doch die eigentlichen Probleme werden von verdi nicht angegangen.


Marx
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