Revolutionär Sozialistische Organisation

Sauber abgewehrt

Dienstag 14. April 2009

Die Berliner Charité hat viele Probleme. Das größte ist - laut Aufsichtsrat und Vorstand - ein voraussichtliches Defizit von 19,5 Mio. €. Lösungen in ihrem Sinne sollen her. Geplant ist ein Stellenabbau von mindestens 300 KollegInnen. Standortschließungen sind im Gespräch. Für die Beschäftigten werden die Probleme zunehmen. Sie leiden seit Jahren unter dem Sparzwang von Senat und Charité-Leitung.

Leiharbeiter im OP, PflegerInnen, die nebenbei Aufgaben der Ärzte übernehmen und alleine Nachtschichten auf Station schieben, sind lange keine Seltenheit mehr. Bei der Tochterfirma CFM, welche alle nichtmedizinischen Aufgaben, wie z.B. Reinigung und Wachschutz ausführt, sieht es noch gruseliger aus. Dort arbeiten die KollegInnen für z.B. 5,50 €/Stunde und die Bedingungen sind, naja, sagen wir mal abenteuerlich. So bekommen die meisten der Beschäftigten keine Hygieneschulungen und wenn doch, dann handelt es sich um Bücher, in denen sie die Grundlagen in ihrer knappen Freizeit pauken sollen.

Bisher setzten sich nur die Reinigungskräfte des Campus Virchow-Klinikum dagegen zur Wehr und erreichten trotz krasser Repression kleine, aber wichtige Erfolge. Sie protestierten in mehreren Aktionen öffentlich über die Zustände an der CFM und setzten so weitestgehend die nötigen Schutzimpfungen für sich durch. Der positive Nebeneffekt: Die sonst üblichen auf 3 bis 6 Monate befristeten Arbeitsverträge werden immer seltener. So eine Impfung kostet über 200 € und diese nach ein paar Monaten verfallen zu lassen, ist für die Chefs dann wohl doch zu schmerzlich.


Marx
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