Revolutionär Sozialistische Organisation

Gelbe Westen: Es geht um soziale Gerechtigkeit

Freitag 21. Dezember 2018

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Der Zugfunke - 20. Dezember 2018
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Es gibt sie doch, die Streiks…

…. und die haben Folgen! Der Streikaufruf der EVG kam überraschend „von oben“, aber dann standen die Züge. Und selbst nach den vier Stunden dauerte es eine Weile, bis alles wieder startete. Streiks können Wirkung haben!

Die gute Seite des Streiks

Manch einer hat nicht erwartet, dass der Warnstreik große Folgen haben könnte. Die Gewerkschafts­chefs rufen auch selten zu Streiks auf. Aber streiken die Kollegen in den Stellwerken, bei der Transportplanung, in den Werkstätten…. kommt niemand mehr weiter. Das ist eine gute Erinnerung an die Macht, die wir haben können. Und ein Streik ist auch eine Gelegenheit, mal wieder gut zu quatschen und hilft damit gegen die Vereinzelung, um die die DB immer sehr bemüht ist. Dabei kann man so einiges ganz nebenbei erfah­ren… zum Beispiel von der Lohnerhöhung der Sicherheitsleute bei der S-Bahn dieses Frühjahr von sage und schreibe 30 Cent. Nicht auszuhalten!

Nach den Streik ist vor dem Streik?

Der Appetit kommt beim Essen… wann sind die Fahrpersonale mit Streiken dran? Schichten, Vorbe­reitungszeiten, Urlaub, Überstunden, Teilzeit... das Geschimpfe in den Meldestellen reicht locker für einen ordentlichen Streik.

Was bringt der Tarifvertrag der EVG?

Sowohl die EVG-Verhandlungsführer als auch die DB feiern den Abschluss. Aber wie oft ist der Ab­schluss so kompliziert, dass man kaum was ver­steht. Jedenfalls sollen alle 1.000 EUR bekommen, dann ab 1. Juli 2019 3,5 % mehr und ab 1. Juli 2020 nochmal 2,6 %. Statt der zweiten Stufe können die Kollegen auch 6 Tage mehr Urlaub bekommen. 1.000 EUR klingen nach viel, aber was bleibt vom brutto? Außerdem ist die letzte Lohnerhöhung eine Weile her, vor allem, wenn man letztens mehr Urlaub statt Geld gewählt hatte. Und die nächste Stufe wird erst nächsten Sommer kommen. Die Mie­ten steigen aber schneller. Und allgemein wird eine höhere Inflation prognostiziert. Dazu ist die Laufzeit des Tarifvertrages mit 29 Monaten enorm lang. Was kann nicht alles in der Zwischenzeit passieren? Das kann schnell eine Lohnsenkung bedeuten. Die DB freut sich jedenfalls, weil sie auf 2 ½ Jahre „Frieden“ hofft. Das kann man nicht feiern.

DB lässt GDL abblitzen und wieder antreten

Die GDL-Verhandler haben gleich zweimal die Gespräche für gescheitert erklärt und beklagen sich, dass die DB nicht unterschrieben hätte. Man wurde wütend in der grünen Zentrale und drohte der DB… nicht weiter zu verhandeln und auf keinen Fall zu streiken! Die DB kann aufatmen. Aber was sollte eigentlich unterschrieben werden? Die GDL schreibt in einer Pressemitteilung, sie hätten einer Lohnerhöhung von 3,2% bei 34 Monaten Laufzeit zugestimmt. Kann man nicht von Glück sprechen, dass die DB so einen Fehler nicht mitgemacht hat? Nach dem Warnstreik bietet die DB nun dieselben Lohnerhöhungen an, wie sie die EVG akzeptiert hat. Am 3. Januar soll wieder verhandelt werden. Wer versteht, was da läuft?

Wohin führt die Bahnkrise?

Die Bundesregierung hat angeblich mit der DB die Geduld verloren und fordert jetzt eine Strukturre­form. Diese Forderung kommt, nachdem monate­lang über die miserable Situation bei der Bahn berichtet wurde (weniger über die Arbeitsbedingun­gen), verschiedene „Experten“ den Verkauf von Tochterunternehmen und Zusammenlegung von Regio mit Fernverkehr fordern, Lutz einen Brandbrief verfasst hat, McKinsey und andere befreundete Beratungsunternehmen beauftragt wur­den, die Probleme „zu lösen“ und selbst der EVG-Chef einen Konzernumbau fordert.

Was sind die Pläne? Eine Krise als Vorwand für die nächsten Privatisierungsschritte? Verbunden mit weiteren Verschlechterungen bei unseren Arbeitsbedingungen? Abtrennung der Infrastruktur, wie schon lange diskutiert?

Wenn der Notruf einen anschreit

Der Notfunk auf dem Führerstand ist wahnsinnig laut. So ein Schreck, dass man fast vom Stuhl fällt. Da will man sich vorsichtig ranbremsen und man fällt fast vom Hocker…

Immer schön wischen

Kürzlich, als die Fahrplantechnik abstürzte, standen alle Züge mit einem Ruck ohne Fahrplan da. Auf dem Tablet kan man aber nur zwei Sachen einschalten. Was blendet man aus? Den Minutenplan, fährt ja eh nicht pünktlich? Aber nach bestimmter Zeit geht das Tablet wieder aus, wenn man nicht wischt. Früher, wenn man das Fahrplanheft nicht dabei hatte, gab es einen riesigen Aufriss. Heute probiert jeder selbst und hofft, dass man über den Rundruf der Leitstelle ein paar Infos bekommt.

Dienstunterricht ausgelagert

Mit dem neuen Zugfunk hätte es eigentlich Dienstunterricht geben müssen. Stattdessen nur ein Lernprogramm auf dem Tablet. Lerning by doing, wer weiß was, die S-Bahn schiebt die Verantwortung uns in die Schuhe.

Klimawandel geht uns alle an

Bei der Klimakonferenz in Kattowice wurden neue Regeln vereinbart, aber das spart keine einzige Tonne CO2 ein. Allen Klimakonferenzen zum Trotz steigen die Treibhausgasemissionen immer weiter. Die Antworten der Politiker sind angesichts der dramatischen Warnungen der Forscher wie vom anderen Stern.


Marx
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