Revolutionär Sozialistische Organisation

Vor 100 Jahren: als durch die Revolution alles möglich schien

Freitag 9. November 2018

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Der Zugfunke - 7. November 2018
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Pleite sein ist relativ

Die ersten Tarifrunden haben stattgefunden. Was ist passiert? Nicht viel sickert durch. Jedenfalls hat die Deutsche Bahn ordentlich auf die Tränendrüsen gedrückt, dass man fast das Gewerkschaftsfähnchen zum Schnäuzen rüberreichen mag, wenn man nicht wüsste, das das der „Klassenfeind“ ist. Da macht man das nicht… Es läuft schlecht bei der Bahn: 2,5 Milliarden Gewinn wollte man machen, aber das wird nichts wegen der mysteriösen „Rahmenbedingungen“ und in den nächsten Jahren verlassen Tausende Beschäftigte den Konzern. In Anbetracht dieser Kampfansage gegen jede Forderung nach Verbesserung der Arbeitsbedingungen, was ist das Fazit der Gewerkschaftsvertreter? Man sei in den Gesprächen gut behandelt worden…

Wann hat dieses Jammertal ein Ende? Wenn wir uns organisieren und anfangen, die uns wichtigen Forderungen in die eigenen Hände zu nehmen.

Schwarze Löcher

Schon bisher haben sich die Abrechnungssysteme Taris und PDTf nicht gut verstanden. Je nachdem, hatte man mehr oder weniger gearbeitet. Zeit ist relativ. Aber nun gibt’s noch mehr Schwierigkeiten? Alles gut mit unseren Arbeitszeiten?

Bei all dem Zuständigkeitsgerangel im Konzern zwischen diesem und jenem DB-Unternehmen oder Sub-sub-Unternehmen muss man sich vielleicht Sorgen machen, dass die Spezis sich nicht schnell genug einig werden über die alles entscheidende Frage…. Einfach mal Reset drücken?

Jetzt die gute Nachricht

Buchner hat eine Linde gepflanzt! Denn Ökologie liegt ihm am Herzen (und die Fotos mit Berliner Politiker bestimmt auch). Da fährt die S-Bahn nicht und der Chef gräbt mit der Schaufel ein Loch in Pankow. Irre. Da wird doch glatt der Bock zum Gärtner gemacht… oder so.

Veranstaltungsreihe am Wochenende 10. und 11. November

Je nach Schicht, kommt doch Samstag 18 Uhr zur Diskussion über das Gesundheitswesen, denn gespart wird überall. Oder 20 Uhr zu einem Super-Film über den Streik illegal in Frankreich lebender Leiharbeiter für ihre Aufenthaltserlaubnis. Oder Sonntag 11.30 Uhr über die Novemberrevolution. Für jeden was dabei, passend zu jeder Schichtlage.

Geldsegen für die Unternehmen

Das Land Berlin will offiziell für 3,2 Milliarden die neuen S-Bahn-Züge kaufen. Berlin wird damit aber nicht selbst die S-Bahn betreiben, sondern die Züge einem der Bahnunternehmen nach der nächsten Ausschreibung für irgendeinen Betrag X zur Verfügung stellen. Warum macht Berlin das? Zuviel Geld?

Es ist eine Art Subventionierung für den künftigen Betreiber, der sich mit der lästigen Frage der Züge nicht mehr beschäftigen muss.

Wie sicher ist es?

Der Tod des jungen Kollegen während der Arbeit hat uns alle schockiert. Sehr traurig das alles. Die S-Bahn verspricht Aufklärung und sich um die Familie zu kümmern. Das ist das Mindeste. Weil die S-Bahn die S-Bahn ist, kreisen aber trotzdem die Gedanken, wie es mit dem Arbeitsschutz eigentlich ist. Ist wirklich alles getan, dass die Sicherheit auf Arbeit maximal gewährleistet ist? Auch wenn es – wie eigentlich immer – stressig ist? Sind die „Neuen“ mit ihrer Schmalspurausbildung genug gewappnet, um Risiken einschätzen zu können? Können alle Fragen mit „ja“ beantwortet werden?

Die Vorstellung des Minister Spar(h)n

Da hat er getönt und den dicken Jens markiert. Eine Verordnung wird er verordnen, dann wird es Untergrenzen fürs Personal an den Krankenhäusern geben, dass das Arbeiten eine Freude sei und die Patienten nicht mehr weg wollen. Da ist sie nun, besagte Verordnung und das werte Publikum reibt sich verwundert die Augen. Nicht genug, dass wir nur über vier ausgewählte Ab­teilungen sprechen – die ohnehin schon grenz­wertigen Personalschlüssel sind nochmal verwäs­sert worden (tags eine Pflegekraft auf 12 und nachts eine auf 24 Patienten in der Kardiologie und auf Intensiv nachts 1:3,5 und so weiter) – d.h. in einigen Krankenhäusern wäre der Personalschlüssel noch mal schlechter, als die Realität derzeit ist. Da ist noch Luft nach unten offenbar. Erst macht der große Magier eine Riesenwelle und dann zieht er statt eines weißen Kaninchens eine tote Maus aus dem Zylinder. Andererseits muss er natürlich deutlich machen, wessen Interessen er vertritt – dann klappts auch mit dem CDU-Parteivorsitz.

Wenn Arbeit 4.0 Arbeit macht

Chaos rings um Ostkreuz: Ein Software-Update habe nicht geklappt, lässt die S-Bahn verlautbaren. Sie wissen noch, was sie tun? Am Ende fahren die Züge nicht die volle Strecke, Busse sind überfüllt, wir sind entnervt, die Fahrgäste auch. Machen nicht Herbst oder Winter der Bahn zu schaffen, dann die Software.


Marx
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