Revolutionär Sozialistische Organisation

Der Kapitalismus ist die Mutter aller Probleme

Mittwoch 12. September 2018

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Der Zugfunke - 12. September 2018

Nach der Hitze ist vor der Hitze

Die Hitze diesen Sommer war kaum auszuhalten. Bis 70°C konnten es auf den Führerständen werden. Und wenn man auf dem Führerstand in Fahrtrichtung mit der Klimaanlage einigermaßen erträgliche Temperaturen hinbekommen hat, dann heißt das aber auch, dass man beim Führer­standswechsel einen Gang in die Sauna machen musste. Manche haben die Züge abgestellt, weil es einfach nicht mehr ging. Wetterextreme werden zunehmen. Wenn nicht der nächste Sommer wieder so eine Hitze bringt, dann eben der übernächste. Was sind die Pläne der Geschäftsführung?

Arbeitsschutz? Da gibt‘s doch was!

Nach dem Arbeitsschutzgesetz ist jeder „Arbeitge­ber verpflichtet, Maßnahmen des Gesundheits­schutzes der Beschäftigten zu ergreifen und die Arbeit ist so zu gestalten, dass eine Gefährdung für das Leben sowie die physische und die psychi­sche Gesundheit möglichst vermieden und die verbleibende Gefährdung möglichst gering gehal­ten wird“.

Was haben wir dazu an Maßnahmen diesen Sommer gesehen? Sogenannte Führungskräfte haben sich in den Urlaub verabschiedet, schon gut! Aber nicht mal die Wasserkanister waren überall voll, zusätzliche Kurzpausen zum Abkühlen Fehlanzeige, überhitzte Pausenräume, volle Schichten… mindestens das muss im nächsten Sommer drin sein.

Selbsterkenntnis als erster Schritt zur weiteren Verschlechterung

„Wir wissen alle, dass wir mit unserer Leistung nicht zufrieden sein können. Das gilt gleichermaßen für Wirtschaftlichkeit, Qualität und Pünktlichkeit“ schreibt der Bahnvorstand zerknirscht an seine „Führungskräfte“. Auf 4 Seiten… ist dann von Qualität und Pünktlichkeit irgendwie gar nicht mehr die Rede, sondern nur noch von der „finanziellen Performance“! Schlechte Qualität und Unpünktlichkeit, davon wissen wir ein Lied zu singen. Aber ist die Bahn „unwirtschaftlich“? Macht sie etwa Miese?! Nein, die katastrophale „finanzielle Performance“ besteht darin, dass jetzt nur noch 2,1 Milliarden Euro Gewinn erwartet werden. „Damit liegen wir weit weg vom Plan…“

2 Milliarden, die in mehr Personal, bessere Arbeitsbedingungen, Qualität und Pünktlichkeit gesteckt werden könnten. Ist es nicht einfach so, dass kapitalistische „Gewinnerwartungen“ sich mit einem vernünftigen Bahnverkehr und anständigen Arbeitsbedingungen absolut nicht vertragen?!

Eine Bahn für alle

Was haben wir gelacht! In seinem Brandbrief beschwert sich der Vorstand über „Geschäftsfeldegoismen“ und beschwört: „Wir werden im Systemverbund Bahn nur erfolgreich sein, wenn wir besser und enger zusammenarbeiten“.

Warum noch mal wurde die Bahn in Geschäftsfelder zerlegt, die gebenchmarkt und gegeneinander ausgespielt wurden? Ach ja, angeblich wegen der Effektivität, der heiligen „Wirtschaftlichkeit“. In Wahrheit ging es immer darum uns Bahner_innen aufzuspalten, damit es schwerer fällt sich gegen all die Zumutungen zu wehren. Unsere Lösung gegen „Geschäftsfeldegoismen“: Abschaffung der Geschäftsfelder!

Gemütliche (Tarif)Runde?

Die GDL hat den Aufschlag gemacht, die EVG lässt noch eine Umfrage laufen. Aber im Kern geht es um einige Prozente mehr bei den Entgelten, einige Zulagenerhöhungen und wer mehr arbeitet, soll mehr freie Tage bekommen.

Die GDL-Spitze erklärt jetzt schon, dass die Verhandlungen bis November abgeschlossen sein sollen, ganz friedlich, ganz fix? Haben die in Frankfurt vergessen, dass die Bahn nie irgendwas freiwillig rausgerückt hat? Was soll beim bloßen Reden rauskommen? Kaum denkbar, dass die DB einfach die Verpflichtung zur Besetzung der Regio-Züge mit Zugbegleitern akzeptiert. Dass sie akzeptiert, dass in den bösen Regio-Töchtern, den Start- GmbHs, bei Ausschreibungen die besseren DB-Tarifverträge gelten.

Und was ist mit unseren Forderungen nach Fahrzeitabsenkung? Nach Erleichterungen in der Schicht? Der vollen Übernahme des ÖPNV-Tickets? Wer hat entschieden, das nicht auf den Tisch bei der DB zu packen?

Und bestimmt wird der Vorstand mit dem Brandbrief argumentieren, dass es im Moment gaaar nicht möglich ist, etwas abzugeben. Also besser einen Streik vorbereiten!

Gute Musik für alle!

Herrmannstraße soll mit atonaler Musik beschallt werden, um Obdachlose und Drogenabhängige abzuschrecken. Was für eine widerliche Idee ist das denn?

Noch dazu ist atonale Musik gutes Zeug. Es gibt zum Beispiel das super Orchesterstück von Honegger „Pacific 231“: Musik für Pufferküsser und Musikliebhaberinnen… mehr davon!


Marx
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