Revolutionär Sozialistische Organisation

Warum wir im "Handelskrieg" nicht die Zeche zahlen wollen

Freitag 22. Juni 2018

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Der Zugfunke - 21. Juni 2018
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Nach der Schichtarbeit nun Urlaub in Schichten?

Das S-Bahn Management hat was mit unserem Urlaub vor. Wie es bisher funktionierte ist nach deren Ansicht der Schnee von gestern. Unsere Urlaube sollen mehr aufs Jahr verstreut werden, das spart Leute an den schönen Tagen im Jahr, weil dann weniger gleichzeitig Urlaub machen sollen. Na, wenn der Geschäftsführung Urlaub im März oder November am liebsten ist, sollen sie, aber verschonen sie uns bitte mit ihren Plänen. Sommer und Weihnachten oder Silvester Urlaub muss sein, und zwar jedes Jahr!

Moderner Ablasshandel

240 Euro pauschal zahlt die S-Bahn, wenn man auf einen freien Tag arbeiten kommt und auf einen Ersatzruhetag verzichtet. Die Chefetage verkauft das als guten Deal. Sie sind es zwar, die zu wenig Leute eingestellt haben, aber ausbaden sollen gefälligst wir ihr Desaster. Denn Arbeitsstunden werden dafür nicht auf die Jahresarbeitszeit gutgeschrieben. Zuschläge, z.B. für die Nachtarbeit, unklar. Wenn man runter rechnet auf sagen wir mal 10 Stunden und die 80 Euro berücksichtigt, die es ohnehin gibt, ist das ein guter Deal… für die Bahn auf Kosten der Kollegen, die mehr Geld brauchen. Mehr Geld können wir alle gebrauchen, fest im Grundgehalt, und weniger belastende Arbeitszeit, damit wir auch die Zeit haben, die Kohle ausgeben können. Das wäre ein guter Deal.

Axel Springer macht jetzt mal bitte Pause!!!

Das Ergebnis der Umfrage zur Springerwende passt der Geschäftsführung nicht. Uns deswegen zu beschimpfen, überlässt das Management den Kollegen der Arbeitsgruppe. Laut Umfrage befürworte man unter den Tfs zwar mehrere Unterbrechungen am Endbahnhof, aber die Springerwende mit Streichung der Pause nicht. „Springerwende und 30 Minuten Pause in der Mitte“, das ist was wir wollen. Gut erfasst!

Wir werden jedoch belehrt, das hätte es nicht mal im (angeblichen) Sozialismus gegeben. Doch! Erinnern wir uns (oder fragen wir Opa): Weil es mehr Zugumläufe gab, war es normal, an den Endbahnhöfen 15 bis 20 min zu haben und trotzdem Pause dazu. Selbst heute gibt es das, Kurzpausen für Toilette und Zigarettchen und zusätzlich Mittagspause, oder muss sich etwa einer von den Schlipsträgern zwischen Pinkeln und Pause entscheiden? Wenn das schon Sozialismus ist, ok, dann aber Sozialismus für alle…

DB Vorstand ist Feuer und Flamme für S21

Im Verkehrsausschuss des Bundestages ging es wieder hoch her. Natürlich verteidigten die Bahnmanager Stuttgart 21, das nach offiziellen Berechnungen (wann kommt die nächste Korrektur?) 8,2 Mrd. kosten soll. Was kann man davon halten, wenn S21-Chef Manfred Leger, auch verkündet, das Brandschutzkonzept sei "ein großer Gewinn für die Sicherheit und die Ästhetik"? Laut Bericht des Stern schlagen andere Brandschutzexperten aber die Hände über den Kopf zusammen und sprechen über den geplanten Brandschutz von einer „Katastrophe mit Ansage“. Fluchtwege sind deren Meinung nach zu schmal, mit zu wenig Menschen wurde kalkuliert etc. Wem kann man glauben? Der DB?

Meldestellen und Schichten passend gemacht?

Für viele von uns sind die 30 Fremdmeldestellen bald voll. Dann dürfte die S-Bahn uns nur noch zu Diensten an Vorzugsmeldestellen einteilen. Das sagt die neue BV Arbeitszeit. Aber das muss dann auch in die Schichtfenster passen. Hoffen wir, die Chefos kennen ihre " tolle" BV, die sie im letzten Jahr noch so hoch gelobt haben. Nach der Pleite im ersten Gruppenspiel können wir nicht noch mehr Rückschläge aushalten.

S-Bahn hat Fahrgastallergie

Die Baureihe 485 wurde umgebaut, damit die Züge leichter werden. Dafür ist es jetzt aber vorne enger für Fahrgäste und insbesondere Rollstuhlfahrer. Sie passen nicht mehr alle gleichzeitig in den Fahrgastraum, ohne den Fluchtweg zu versperren. Was ist die Lösung? Ein Dienstabteil an der ersten Tür? Keine Regelung nirgendwo. So angestrengt wie die Geschäftsführung das Problem wegguckt, könnte man meinen, sie hoffen dass die Fahrgäste von alleine vom Feld rollen…

Merkel/Seehofer: Pack schlägt sich, Pack verträgt sich

Kaum ein Tag ohne Schlagzeilen über die Meeega-Krise der Regierung. Reicht nicht die WM? Braucht es dazu dieses rechtspopulistische Theater aus Bayern und Berlin, das dem Drehbuch der AfD folgt? Nein, wir werden nicht diskutieren, wer das größere Ekel von den beiden ist. Sie sind sich einig, dass die Geflüchteten es gar nicht erst über die EU-Grenzen schaffen oder zumindest in Schnellverfahren über ihr Asylrecht fix abgeurteilt und abgeschoben werden. Hauptsache, nicht nach Deutschland. Die eine will in hochdeutsch und mit Raute dafür Italien und Griechenland verantwortlich machen, der andere will auf bayrisch die deutschen Grenzen abschotten. Diese Kaltherzigkeit kotzt uns an – wie viele andere. Als das Flüchtlingsschiff „Aquarius“, das eine Woche im Mittelmeer rumschipperte und nirgendwo anlegen durfte, schließlich in Spanien ankam, wurde es von vielen Menschen begrüßt. Diese Woche werden wieder Schüler in mehreren Städten Deutschlands auf die Straße gehen und unter anderem gegen die Flüchtlingspolitik der Regierung demonstrieren. Selbst unsere Kinder verstehen, dass das die richtige Antwort auf das Seehofer-Merkel-Theater ist.

Streiks in Frankreich gehen weiter

Das Parlament in Frankreich hat die Abschaffung des Kündigungsschutzes und andere Maßnahmen gegen die Arbeitenden bei der SNCF beschlossen – das ist keine Überraschung, da Macron ja die Abgeordneten hinter sich hat. Aber die Bahner hat er gegen sich und das haben sie am 12. Juni, dem Tag nach der Abstimmung mit einer großen Streikbeteiligung noch einmal deutlich gemacht. Sie wollen Macrons Angriff noch zurückschlagen. Wenn ihnen das bisher noch nicht gelungen ist, dann liegt das auch an der „Flexi-Streik“-Taktik der Gewerkschaften, die immer nur 2 Tage zum Streik aufrufen statt durchzuziehen.


Marx
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