Revolutionär Sozialistische Organisation

Siemens, Ledvance, Osram… sich zusammentun, um die Arbeitsplätze zu verteidigen

Montag 7. Mai 2018

Seit zehn Tagen ungefähr wissen die ArbeiterInnen von Ledvance in Berlin (ex-Osram) ungefähr wohin die Reise gehen soll: statt kompletter Schließung des Standorts Berlin – wie vor einigen Monaten vom Management angekündigt - könnten 128 KollegInnen ihre Arbeitsstelle behalten (von insgesamt 204 Leuten), aber nur zwei Jahre lang. Über den Rest des schon fertigen Plans war es verboten zu fragen. Am 1. Mai haben AktivistInnen der IGM weiter die Petition unterschreiben lassen und weiter "Wir wollen das Werk und seine Arbeitsplätze erhalten" wiederholt, als ob nichts wäre. Auch die ArbeiterInnen vom Siemens Dynamowerk (auch von der Schließung ihres Standorts bedroht) durften vom Schicksal des Betriebs ganz in der Nähe nichts erfahren.

Letzten Mittwoch, 2. Mai, durften endlich die ArbeiterInnen von Ledvance während eine Betriebsversammlung vom Rest des Plans erfahren: für die 80 Leute, die gleich entlassen werden sollen, sind die Abfindungen mickrig (besonders in der Umgebung von Osram und Siemens): die Leute könnten 0,6 des Brut­to­mo­nats­ge­halts pro Arbeitsjahr kriegen. Die Leute, die noch zwei Jahre weiter arbeiten würden, könnten nur letztendlich 0,5 pro Arbeitsjahr bekommen. Laut Betriebsrat ist dieses „Angebot“ zu akzeptieren, sonst würde Ledvance einfach den Standort Berlin zumachen.

Eine Frau von der IGM, die auf der Betriebsversammlung dabei war, hat diesen Plan beworben, den Betriebsräten für ihre tolle Arbeit gratuliert, und letztendlich versucht, dafür Applaus zu bekommen, was nicht viele der Anwesenden mitgemacht haben.

Von der IGM-Seite wurde gar nicht die Möglichkeit erwähnt, Druck auf die Betriebsleitung zu üben, um dieses „Angebot“ zu verbessern. Ganz im Gegenteil wurde von Personallisten gesprochen, um die Belegschaft in Gruppen zu teilen: 30 „glückliche“ Menschen müssten bleiben, während 50 andere einfach rausgeschmissen würden (weil ihre Fähigkeiten nicht mehr der Betriebsleitung passen würden). Am Tag nach der Betriebsversammlung führten zwei freigestellte Betriebsräte persönliche Gespräche mit den betroffenen Kollegen. Einer nach dem anderen sollte jeder Einrichter erfahren, wie seine persönliche Zukunft aussehen soll. So haben praktisch zwei Betriebsräte die Rolle der Personalabteilung übernommen. Mit diesen Listen werden die Leute gegeneinander ausgespielt: die Jungen gegen die Älteren, die die mehrere Maschinen bedienen können gegen diejenigen, die weniger Qualifizierungen haben... Ziel ist, allen Widerstand gegen den Plan des Ledvance-Managements im Keim zu ersticken.

Im März und April hatte die IG Metall eine Reihe von Mahnwachen organisiert. Vom Inhalt der laufenden Verhandlungen haben die Betroffenen jedoch nur kleckerweise erfahren. Heute sind die „Kernpunkte“ in einem „Interessenausgleich“ gut zusammengepackt, und die KollegInnen dürfen sich nun nur noch persönliche Gedanken machen: bis zum 25. Mai sollen die Einrichter sich „freiwillig“ entscheiden, ob sie ihr persönliches Schicksal akzeptieren. Und wenn sie nicht akzeptieren, wird man auf sie die moralische Verantwortung für die Schließung des Standorts abwälzen. Also eine Taktik des „teile und herrsche“, aber Format XXL!

Laut der Betriebsräte wären Interessenausgleich/Sozialplan noch nicht unterschrieben. Die IGM organisiert aber keine Mahnwache mehr und behauptet, dass im Fall der Schließung des Standorts Berlin die Abfindungen im Keller wären (rund 0,5). Was wurde aber für die 650 KollegInnen von Augsburg verhandelt? Soll das auch noch geheim gehalten werden?

Vor ein paar Tagen haben die KollegInnen von Osram erfahren, dass es auch bei ihnen „Anpassungsbedarf“ gäbe, der zum „Interessenausgleich und Sozialplan“ führen soll. Zumindest haben die KollegInnen die Informationen vom Vorstand erhalten. Es gäbe „Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretungen“, heißt es in der Mitteilung. Vom Betriebsrat oder der IG Metall gibt es wiedermal nichts zu hören. 200 Arbeitsstellen wären auf dem Spiel, aber die Verhandlungen sind geheim geführt und die Betroffenen sind wie üblich eingeladen abzuwarten.

Die Angriffe auf den KollegInnen von Ledvance, Osram und Dynamowerk (Siemens) laufen parallel und fast gleichzeitig. In Augsburg haben noch vor drei Wochen 400 Kollegen von Ledvance demonstriert. Sich zusammenschließen, und dann wird es möglich den Trend umzukehren!


Marx
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