Revolutionär Sozialistische Organisation

Neue Regierung, aber dieselbe soziale Kälte

Mittwoch 28. März 2018

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Der Zugfunke - 28. März 2018
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Heißes Talent

Es gab nicht nur einen Hinweis von nicht gerade überempfindlichen Tfs, dass an einem Talent (442er) von Regio etwas nicht stimmt. Doch die Ignoriertaste wurde in der Chefetage immer wieder gedrückt. So ein Ausfall kostet schließlich viel Geld und die Tfs haben ja bloß keinen Bock, denken die. Aber irgendwann ging es doch nicht mehr: Ein Teamleiter rückte kürzlich aus, um die Kiste zu überführen. Auf halber Strecke qualmte es und führte zum Feuerwehreinsatz mit Streckensperrung… Bravo, da wurde aber wieder an der richtigen Stelle gespart!

Fieberwelle

Erst sind es die Radsatzwellen, nun die Grippewelle, die dem Global Player DB zu schaffen macht. Der Konzern hat alle Bahnmitarbeiter aus der Verwaltung mit Eisenbahnerlizenz aufgefordert, sich zur Arbeit in der Produktion zu melden. Wir fragen uns, wie das gehen soll? Kommen die dann am Wochenende arbeiten? In der Woche können sie doch nicht! Es blieben höchst wichtige Sachen in den Plüschetagen liegen! Telefone würden einsam vor sich hin bimmeln… oder sollten diese Tätigkeiten etwa entbehrlich sein? Und die anderen Kollegen in der Verwaltung, die selbst vor Stress nicht mehr wissen, wo hinten und vorne ist, werden sich freuen, auch noch zusätzlich fahren zu müssen. Die von Fieber geschüttelte DB-Pressestelle ist offensichtlich verwirrt.

Fast schon Hartz IV-Niveau

Mehdorn hatte für seinen Abgang 6 Mio. abkassiert. Grube wurde mit läppischen 2,251 Mio. abgespeist. Rüdi scheint nicht so viel Mist hinbekommen zu haben, wie sein Vorgänger und muss nun verzichten. Ein bisschen Anstrengung gehört dazu, auch als Manager, und nicht immer nur die soziale Hängematte strapazieren.

Die Rechnung kann nicht stimmen

Im letzten Heulbrief der S-Bahn-Geschäftsführung wird behauptet, ein Tf-Mangel sei nicht erkennbar. Im Vergleich zu 2015 seien es heute sogar 115 Tf mehr.

Glaube keiner Statistik… Wie waren denn die Zahlen 1994? Oder 2005? Pfiff nicht schon 2008 alles auf dem letzten Loch und Dank S-Bahn-Krise fiel das nicht so auf? Wie „realistisch“ können die „Planwerte“ sein, wenn permanent die oberste Direktive lautet, mit Minimalpersonal und -kosten maximalen Gewinn rauszuholen?

Angriff ist die beste Verteidigung?

Laut S-Bahn-Geschäftsführung läuft eigentlich alles wie geschmiert…. Wenn da nicht die Betriebsvereinbarung Arbeitszeit und der Tarifvertrag mit neuen Regeln zu Planung der Schichten und zu Vorzugsmeldestellen wären.

Frech. Wir können uns schon noch daran erinnern, dass uns die Bettel-SMS seit Jaaahren verfolgen und wir heftig bekniet wurden, Überstunden abzukaufen. Die Ausbildung neuer Tf läuft seit Jahren schleppend, Ausbildungslokführer und -klassen beschweren sich reihenweise. Die Höllenschichten sind kaum auszuhalten, Kollegen gehen auf Teilzeit und verzichten sogar auf Geld. Soviel zum Thema Geben-und-Nehmen. Nein, Kollegen fehlen schon seit vielen Jahren! Das hat nix mit TV und BV zu tun.

Die S-Bahn macht Druck auf uns und malt den Teufel an die Wand, weil sie uns dazu bringen will, auf das bisschen Planbarkeit zu verzichten. Wir haben nichts zu geben. Wir haben stattdessen sogar noch viele Forderungen offen, vor allem zur Entlastung innerhalb der Schichten!

Geflächte Fahrdienstleiter

Auch FDL sind scheinbar schwer zu finden. Um neuen Kollegen den Job schmackhaft zu machen, sollen die Unterzentralen der ESTWs wieder besetzt werden, um so einen wohnortnahen Einsatz zu ermöglichen. Nur ein Trick? Denn es fehlen auch FDL auf dezentralen Stellwerken. Also sollen die nicht vorhandenen FDL von A nach B verschoben werden? Erst wenn es wirkliche Einstellungen gibt, kann man solchen Vorstößen glauben.

Frankreich: Der Erfolg vom 22. März war nur ein Anfang!

Seit seiner Wahl attackiert Merkels guter Freund, der französische Präsident Macron, die Angestellten, die Erwerbslosen, die künftigen Studierenden… ein Angriff nach dem anderen richtet sich gegen die Arbeitenden. Jetzt hat er die Eisenbahner im Visier. Die SNCF soll umstrukturiert, die Arbeitsbedingungen massiv verschlechtert werden. Doch letzten Donnerstag waren 350.000 bis 500.000 auf der Straße und Tausende haben gestreikt. Und die Bahner waren nicht alleine. Überall ist die Wut groß. „Tous ensemble!“ - alle gemeinsam – haben Tausende Bahner letzten Donnerstag gerufen, um die anderen Bereiche mitzureißen und gemeinsam die Angriffe zurück zu schlagen.

Undemokratisches Blockflöten

Der GDL-Vorstand verdammt alle Mitglieder, die auf freien Listen zur BR-Wahl kandidieren. Nur wenn offiziell GDL drauf steht, wäre auch nur GDL drin. Aber Postenhascher gibt’s auch auf GDL-Listen. Gibt es keine anderen Probleme, als solche undemokratischen Beschlüsse zu kreieren? Die Kollegen, die wissen wo der Hase im Pfeffer sitzt, nämlich beim DB-Konzern, sollten unsere Stimme kriegen. Egal ob sie nun der „Nationalen Front“ der GDL angehören oder nicht. Und was soll die Aufregung? Egal unter welcher Flagge der BR segelt, auch der beste Betriebsrat der Welt wird nichts erreichen, wenn wir als Belegschaft nicht selbst aktiv werden.


Marx
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