Revolutionär Sozialistische Organisation

USA: Parkland Schüler – Wir werden nicht zur Normalität zurückkehren!

Donnerstag 8. März 2018

Hier eine Übersetzung eines Artikels von Aktivisten von "Speak out" in den USA:


Studenten der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland, Florida, kehrten zwei Wochen, nachdem ein 19-jähriger früherer Schüler 17 niederschoss, in die Schule zurück. Die meisten Schüler sagten, sie wären bereit zurück zu kommen, aber sie versprachen, sie würden „nicht zur Normalität zurückkehren“.

In den letzten Wochen haben viele Schüler über die Tragödie gesprochen und haben Demonstrationen und Presskonferenzen organisiert, um Veränderungen zu verlangen. Sie demonstrierten in der Bundeshauptstadt und forderten, dass Floridas Gesetzgebung sich des Problems der Waffengewalt annimmt und sie wurden ignoriert. Aber das hat sie nicht gestoppt. Die Entschlossenheit dieser Studenten hat tausende junger Menschen überall im Land inspiriert, die das Recht verlangen in einer Gesellschaft zu leben, dass sie schützt. Sie sagen, dass sie nicht aufhören werden, bis echte reale Veränderungen passiert sind. Diese Studenten haben ihre Trauer in Empörung umgewandelt und ihren Ärger in Organisierung. Die Jugendlichen dieses Landes sind aufgewachsen mit einer Epidemie an Amokläufen und mit regulären Amoklauf-Alarmübungen an Schulen, und sie haben Recht, dass sie die Nase voll davon haben. Sie haben Recht eine Gesellschaft in Frage zu stellen, wo es einfacher ist ein Sturmgewehr zu kaufen als Zugang zu Psychotherapien zu bekommen. Sie haben Recht ein politisches System zu hinterfragen, in dem Politiker regulär Gelder von Waffenproduzenten oder der NRA erhalten. Und sie haben Recht eine ganze Gesellschaft zu hinterfragen, wenn Amokläufe und massenhafte Gewalt als normal hingenommen werden.

Diese Studenten sind in einer vergifteten Gesellschaft aufgewachsen. Ihre Schulen können nicht länger als sichere Zonen bezeichnet werden. In rauen Vierteln, wo Schießereien nicht unüblich sind, gaben Schulen üblicherweise eine Art Zuflucht. Aber das ist vorbei. Die Finanzierung der Schulen wurde drastisch reduziert. Kunst, Musik, andere Wahlfächer und P.E. wurden zusammengestrichen oder ganz gestrichen. Sie wurden zurückgelassen mit dem niedrigsten Basiswissen, das sich an standardisierten Tests ausrichtet, in überfüllten Klassenräumen. Die Zukunft, die den jungen Leute versprochen wurde, sieht sehr düster aus. Ihnen wurde gesagt, sie werden wahrscheinlich finanziell schlechter dastehen als ihre Eltern, und falls sie aufs College gehen, werden sie tausende Dollar Schulden auf dem Rücken haben mit schwindenden Jobaussichten. Ihnen wurde eine Welt in Aussicht gestellt mit Gewalt und Ungleichheit, ein Planet mit drohendem ökologischem Kollaps. Es ist kein Wunder, dass Depressionen und Selbstmorde unter Teenagern in den USA auf einem Höchststand ist.

Die Jugendlichen, die Veränderungen verlangen, erhalten eine wirkliche Lektion darüber wie das System funktioniert. Die Antwort der Politiker zeigt, wie die Gesellschaft funktioniert. Ihre Antwort auf die Gewalt ist, sie zu verstärken. Sie schlagen vor, die Schulen in quasi-Gefängnisse zu verwandeln, Lehrer zu bewaffnen, mit Sicherheitsleuten an jedem Eingang. Das sind dieselben Politiker, die die Kürzungen im Bildungsbereich managen, im Gesundheitssektor, bei den bezahlbaren Wohnungen. Das sind dieselben Leute, die die Gewalt der Armut durchsetzen, die Militarisierung der Polizei, und Jahrzehnte militärischer Gewalt gegen die Bevölkerungen dieser Welt. Das ist normal für sie und wie können sie es wagen so zu tun, als stünden sie auf unserer Seite!

Diese Schüler haben recht diese Politiker als das zu nehmen, was sie sind – Menschen, die nur wollen, dass die Dinge bleiben wie sie sind. Die Studenten haben recht, wenn sie feststellen, dass Veränderungen davon abhängen, was sie selbst tun. Ihre Wut ist ein Ausdruck wachsender Unzufriedenheit mit den Bedingungen in dieser Gesellschaft, nicht anders als die Welle an Protesten in Reaktion auf die Tötungen durch die Polizei. Wir müssen sie bestärken und an ihrer Seite stehen wann immer möglich. Die Schüler in Parkland haben eine rote Linie gezeichnet: wenn wir nicht zur Normalität zurück wollen, dann müssen wir ändern, was als normal gilt!

Für den 24. März ist ein us-weiter Protesttag geplant: “A March for Our Lives.” Das kann ein Anfang sein.

3. März 2018


Marx
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