Revolutionär Sozialistische Organisation

Regierungsbildung? Schöne Bescherung!

Mittwoch 13. Dezember 2017

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Der Zugfunke - 13- Dezember 2017

Einheitsversagen im Management

Milliarden werden für die Strecke ausgegeben. Chef-Vortänzer Lutz prophezeit „ein neues Kapitel in der Bahngeschichte Deutschlands“. Die Werbemaschine ackert wie blöde. Klar, da bleibt für Ausbildung, Streckenkenntnis und Umrüstung der Züge kein Geld übrig. Die LZB-Ausbildung dauerte früher eine Woche. ETCS-2 wurde in drei Tagen reingeprügelt. Seit Ende November sollten noch zusätzlich 180 Seiten betriebliche Unterlagen für ETCS abgearbeitet werden. Streckenkenntnis gab es per Video oder maximal eine wirkliche Mitfahrt. Die ICE3 und ICE1 wurden so spät auf ETCS umgerüstet, dass sie nicht mehr getestet werden konnten. Kein Wunder, wenn die Ehrengäste aus München am Ende mit über 2 Stunden Verspätung in Berlin waren.   Bereit zum Wechsel

Bis Ende des Jahres sollte ein Tarifvertrag entstehen, in dem alle Möglichkeiten des Betriebsübergangs bei Be­treiberwechsel geregelt werden. Doch der Arbeitgeberverband, der u. a. die Interessen der DB vertritt, lässt sich maximal auf einen „Austausch über den Sachstand“ ein. Kann es sein, dass die DB und die anderen „Player“ gar kein Interesse daran haben, dass unsere Lohn- und Arbeitsbedingungen erhalten bleiben? Ein wenig Zukunfts­angst erhält doch den Druck, uns besser ausbeuten zu können! Die GDL hält es in dieser Situation für „unumgänglich, den Druck auf die Arbeitgeberseite zu erhöhen.“ Wie das geht, und nur gehen kann, wissen wir.   Zauberschichten bei Regio

Eigentlich hatten wir das Gefühl, mehr kann nicht gehen. Aber das Gruselkabinett (Planungsbüro) hat aus dem trockenen Schwamm noch etwas ausgedrückt. Um ca. 14:00 anfangen, von ca. 23:00 bis 4:00 ins Hotel in Dessau und dann wieder zurück in die Hauptstadt. Über den Daumen sind das 17 Stunden Schichtlänge! Und das ohne Wetter, Fahrzeugstörungen, den täglichen Wahnsinn – also bloß theoretische 17 Stunden. Das ist nur ein Beispiel von vielen. Und es ist ein Beispiel dafür, wie rücksichtslos jegliche tarifliche Grenzen ausgenutzt werden. Wir sollten bei jeder Möglichkeit beweisen, dass dies Grenzen sind. Jedes Überschreiten führt zum Abbruch!

Ausbildung erwünscht? Ja, nein, vielleicht...

Immer wieder fallen zukünftige Kolleg_innen bei der Ausbildung durch. Kann man sich das vorstellen? Die Ausbildung bei der S-Bahn ist einfach schlecht organisiert! Es werden Bewerber_innen vom Arbeitsamt genommen, weil es dann nichts kostet oder sogar Geld bringt. Die Ausbildung läuft nicht gut, es fehlt an Praxis, die Zeit ist zu kurz, und so weiter… Die Kolleg_innen, die ausgebildet werden, beschweren sich selber.

Wenn neue Kolleg_innen die Tf-Ausbildung dann schaffen, liegt das nicht an der Bahn, sondern ist eigentlich nur noch Zufall.

Holterdipolter

Plötzlich ging alles ganz schnell: Weisung raus, Tablet angeschmissen, seit Sonntag ist Schluss mit Papier. Einweisungen? Ja, hat‘s gegeben, aber nicht alle fühlen sich ausreichend geschult. Ein paar praktische Übungen, wo in Zukunft was genau in welchem Ordner zu finden ist – Fehlanzeige. Und dann noch der Fahrplanwechsel dazu, der selbst genug Änderungen bringt. Da hat die S-Bahn uns mal wieder ordentlich in den kalten Schneematsch geschmissen. Hilfe von der S-Bahn können wir nicht erwarten. Die setzen darauf, dass wir uns untereinander helfen und dafür auch in unserer freien Zeit das eine oder andere mit Hilfe von Kollegen ausprobieren. Aber das ist und bleibt Arbeitszeit, die auch so anzuerkennen ist!

Arbeit 4.0 – wenn‘s nicht so schwer wäre…

Für die Tablets soll es auf den Führerständen eigentlich Halterungen geben. Kein Problem, kennt man… Aber wenn bei der S-Bahn digital auf analog trifft, wird‘s schwer: die probeweise eingebauten Halterungen halten nicht, was sie versprechen. Tablets rutschen ohne Halt durch! Digitalisierung… hat die S-Bahn fest im Griff.

Weihnachtsmärchenbuch der DB

„Der Weihnachtstag. Schneeflocken fallen leise vom Himmel. Der ICE – blitzblank und tipptopp von der Instandhaltung bereitgestellt – saust wie geölt durch die winterliche Landschaft und bringt die Menschen zu ihren Familien.“ So beginnt das Kinderbuch, das es beim Fernverkehr als Weihnachtsgeschenk gab. Ein Junge namens Torben trifft im Führerstand eines ICE auf Lokführer Lars.

Torben ist völlig begeistert und „dann platzt es aus ihm heraus: Eigentlich möchte ich viel lieber Lokführer werden. Der bringt doch am Weihnachtstag alle pünktlich nach Hause. Da müssen alle herzlich lachen …“ Ja, wir auch Torben: Am Weihnachtstag wird deine Familie dann oft ohne dich zu Hause sitzen. Und pünkt­lich kommt auch nicht so oft vor. Und wenn gar noch Schneeflocken fallen – auch nur ganz leise – na dann stille Nacht!


Marx
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