Revolutionär Sozialistische Organisation

Konzerne wie Siemens: Sie bekommen den Hals nicht voll genug!

Donnerstag 30. November 2017

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Der Zugfunke - 30. November 2017
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Einfach mal drauf ankommen lassen

Völlig unerwartet wird die Dresdner Schiene nach den Bauarbeiten wieder aufgemacht. Völlig unerwartet gehen auch die Personale von Falkenberg in ihre alte Meldestelle in Elsterwerda zurück. Völlig unerwartet konnten einige Kollegen aus Falkenberg in Vorruhestand gehen.

Nun ist Regio über die Situation völlig entrüstet und sucht wie verrückt nach Personal, das sich nach Falkenberg versetzen lässt.

Es scheint eine Strategie zu sein, alles immer laufen zu lassen, um dann besondere Umstände zu erzeugen, um uns hin und her schubsen zu können. Immerhin ist Regio erst mal gezwungen Zugleistungen nach Berlin zu verschieben. Also die Arbeit zu den Menschen. Doch da ist Arbeit auch nicht zu knapp. Überstunden sind da vorprogrammiert. Wir sollten einfach keine mehr machen… einfach mal drauf ankommen lassen.

  Traumurlaub

Bei jeder Urlaubsplanung wird versucht, dass wir auch in den unattraktiven Monaten genau so viel Urlaub abwickeln, wie im Sommer und in den Ferien, um den Vertreterbedarf so gering wie möglich zu halten. Man könne ja in die Karibik fliegen, wenn es einem in old Germany zu dunkel und kalt wäre. Doch wer jetzt im November(!!) vielleicht Resturlab nehmen wollte, wurde schwer enttäuscht. Wegen der Twindexausbildung ginge das nicht. Das allein kann keine Begründung sein, wenn die Personaldecke ausreichen wäre. Denn da müssen Schulungen einkalkuliert werden.

Mitfahrgelegenheit gesucht

Jetzt verlangt die S-Bahn per Brief, dass wir uns entscheiden: Jobticket S-Bahn oder Umweltkarte mit Minizuschuss oder Jobticket M – ziemlich unverständlich geschrieben, aber sicher schlechter als vorher. Wenn wir uns schon entscheiden sollen, dann her mit der alten ÖPNV-Karte.

Rotlichtbestrahlung mit Managementsprech

Noch eine Aufmerksamkeit der Geschäftsführung S-Bahn für alle Tfs: eine Einladung zur "Führungskräftetagung" – hui, da werden wir aber ganz schön hofiert. Aber es ist ein bisschen viel von "change" die Rede. Übersetzt: die wollen irgendwie an unsere Stellen. Was haben die sich diesmal ausgedacht? Und am Ende des Tages sogar Bankett. Machen sich die Chefs Sorgen um unsere Laune danach? Vielleicht hofft die S-Bahn ja, dass alle hinterher ordentlich abgefüllt sind und die Welt rosig aussieht? Oder müssen mal wieder Mitarbeiterbefragungen ausgefüllt werden?

Jetzt aber ganz einmalig verlängert

Die große Sonderaktion zum Abkauf von Überstunden bei der S-Bahn wurde nun auch verlängert. Da hat wohl jemand noch nicht die Quote erfüllt? Prämie in Gefahr? Nein, wir wollen wirklich nicht helfen. Freizeit ist besser.

Da müssen wir mal durch

Nicht nur bei Regio werden durch Fahrzeugmangel, Schmalspurausbildung, zu spät bearbeitete FPLOen der Grundstein gelegt, dass sich unsere Schichten andauernd ändern.

Die Eurobahn oder Erixx zahlen schon 200€ plus zwei Ausgleichstage an Tfs, die an einem Ruhetag arbeiten kommen. Selbst dann weigern sich viele Kollegen dort. Zu oft wurden sie beim Einlösen des freien Tags hingehalten. Es ist auch quatsch zu denken, dass sich der Personalmangel so lösen lässt. Wir machen immer zu viel möglich, weil wir ja auch mal Frei brauchen. Doch das wird immer mehr zur Einbahnstraße. Erst wenn wir hart bleiben, werden wir etwas an der Situation ändern.

Das soll sich nicht gegen die Dienstregler richten. Die verwalten auch nur den Mangel. Aber solange es immer noch besser läuft als es eigentlich möglich ist, werden „die da oben“ keinen Grund haben, Einstellungen vorzunehmen.

Wünsch dir was... zu Weihnachten?

Per Tablet können wir bei Regio Wünsche zu unseren Ruhezeiten angeben – klingt erst mal super. Aber soll damit am Ende nur versüßt werden, dass die Basispläne abgeschafft werden sollen? Wenn die nicht mehr verbindlich veröffentlicht werden, haben wir keine langfristige Planung mehr und müssen uns ein planbares Frei als Bittsteller wünschen?! Nein. Die Basispläne müssen bleiben, plus die Festlegungen aus dem TV!

Software-Reinfall

Umgerechnet 16 Mio. Euro hat die Schweizer Bahn für das Dispo-Programm Sopre bezahlt... und jetzt fallen Züge aus, weil die Kolleg_innen nicht wissen, welches ihr Zug ist!

Bei der DB soll IVU.rail zum Einsatz kommen, das beworben wird mit „Knappe Ressourcen optimal nutzen“. Wovon die Chefs träumen: möglichst keinen menschlichen Faktor mehr in der Disposition. So kann man versuchen, „Ressourcen“ (damit meinen sie uns!) noch knapper zu planen.

Sklaverei in Libyen und deutsche Komplizenschaft

437 €, soviel wie ein Smartphone, kostet ein afrikanischer Mensch in Libyen. Über Sklavenhandel und Zwangsarbeit berichtete CNN kürzlich in einer erschütternden Reportage. Die Verantwortung tragen die großen Konzerne und westlichen Staaten, die die afrikanischen Länder in jeder Hinsicht plündern und mit Waffen überschwemmen. Deshalb sind so viele Flüchtlinge gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Doch in Libyen stoßen die Flüchtenden auf Milizen, die im Auftrag der EU, also Merkel und Macron, die Grenzen dicht machen. Die Situation verschlimmert sich für Flüchtende ständig. Was Merkel nicht davon abhielt erst im Sommer, von Auffanglagern und einem Deal à la Türkei zu träumen. Die Folge für die Flüchtlinge? Zwangsarbeit, Folter, Hunger, Tod...


Marx
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