Revolutionär Sozialistische Organisation

VW = Verantwortung abWälzen

Donnerstag 12. November 2015

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Der Zugfunke - 12. November 2015
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Ungutes Gefühl

Das zieht sich ja wieder bei Regio. Keine Pläne, keine Schichten... jedes Jahr sind wir auf die innovativen Ideen der Sparfüchse aus den Planungsbüros gespannt. Wir wollen aber endlich wissen, wie es z.B. zu Weihnachten läuft. Gleichzeitig beschleicht uns ein Gefühl wie bei einer an­stehende Diagnose beim Arzt: Kommt es noch schlim­mer, als das alte schon schlimm war?

Taktloser Maulheld

Die Tarifforderungen der ODEG-Kollegen kitzelten aus dem Chef sein wahres Denken über die „lieben Mitar­beiter“: „Die faulen Lokführer feiern nur krank…“ und hätten zum Erfolg der ODEG nichts beigetragen. Wenn das so ist, dann sollten unsere ODEG-Kollegen das Arbeiten für eine Zeit ganz sein lassen!

Grobreinigung im Regio-Laden

Lokführer sollen in Hamburg zukünftig den Interregio auch grob reinigen. Da sieht man mal wieder, wie wichtig die Reinigung ist und dass die Chefs sehr er­finderisch sind, wenn es darum geht unsere Arbeitskraft perfekt auszunutzen.

Vielleicht könnten wir ja noch Büros saugen, den Teamleitern die Nase putzen, dann könnten wir den groben Unfug in den Chefbüros gleich mit entfernen. Damit klar ist: Wir werden der Reinigung nicht die Arbeit wegnehmen.

Auf dem Papier so schön

Die Planungen für nächstes Jahr stehen. Alles wird rosarot! Dank Hartz IV-Bildungsgutscheinkurse soll die Personaldecke bei den S-Bahn-Tfs ausgeglichen sein. Dann wird es ja keine Probleme mit unseren Urlaubswünschen und Freischichten geben... Oder versuchen sich irgendwelche Leiterchen nur nach oben einzuschleimen...?

Vereinbarkeit: Liege und Beruf

Den Ex-Wittenberger KINs wird der Zuschuss von 180 € für ihre gemeinsame Wohnung in Nauen gestrichen. Die freche Begründung: Sie wären ja nur Teilzeitkräfte und das würde sich nicht rechnen!

So sollen sie sich – angepasst an den Schichtrhythmus - eine „soziale Liege“ im Pausenraum teilen, um nicht ständig zu pendeln. Ob darauf der auf Effektivität getrimmte Schichtplan bei Regio Rücksicht nimmt? Aber es gibt ja noch die tollen Wunschzettel!

Regio versetzt...

...nicht nur gerne die „lieben“ Kunden. Wie jeden Fahr­planwechsel werden wir der Arbeit hinterher gescho­ben. Es hagelt Anrufe und wir sollen uns schnell entscheiden, wohin wir wollen. Wenn die Frage nur so einfach wäre. Denn gleichzeitig sollen die Einsatzräume ausgeweitet werden. Die Chefs sind nicht blöde. Meldestellen die vor Jahren aus Kostengründen eingespart wurden, entstehen aus gleichem Grund neu. Auch nur einige Schichten ohne lange Anfahrwege haben, wer will das nicht. Was wir nicht wollen, sind die Einsatzräume!

Es ist wie immer: Schnell, schnell! Angebliche Wohltaten sind nur Schachzüge, um anderen Mist durchzusetzen.

Schritt für Schnitt

Wegen der Rollkuren an den Talenten ist Regio nicht mehr in der Lage, die eigenen Zugleistungen zu fahren. Die ODEG springt mit Material und Lokpersonal ein.

Könnte sein, dass Regio aus der hausgemachten Not eine Tugend macht und es mal mit ausgeliehenem Personal ausprobieren will. All diese Verrückheiten der Privatisierung werden wir genau so schlecht los, wie Läuse im Kindergarten. Da hilft nur ein radikaler Schnitt.

Und jährlich grüßt das Murmeltier

Mit Stellenabbau, mehr Leiharbeit und Billigtöchtern wollen die Visionäre aus Vorstand und McKinsey die DB auf Erfolgskurs bringen. Glückwunsch! Das ist ja eine völlig neue Idee.

Mit der gleichen „Vision“ entstanden 2008 die Billig­töchter RSAG, DB Regio Rheinland GmbH usw. Diese Testläufe sollen sich nun wie ein Schwelbrand weiter durch die Bereiche fressen. Immer nach und nach, damit der Widerstand nicht zu heftig wird.

Die Kollegen von der Post kennen das schon länger und hatten dieses Frühjahr von dieser Politik die Schnauze voll. Alle Zugeständnisse hatten nichts gebracht, die Pläne mit den billigen Töchtern gingen weiter... deshalb Streik. Die Kollegen von der RASG arbeiten immer noch für weniger Geld als wir und wissen wie schwer es ist, allein aus dem Loch zu kommen.

Unsere Berater sind die RSAG-Kollegen und die Postler, die uns lehren, dass wir schnell eine kollektive Antwort auf die Bedrohungen aus der Konzernzentrale finden müssen.

Was schert die Vorstände das Elend, wenn’s bei ihnen so schön warm ist...

Es wird kälter und sicher werden wir wieder vor der Frage stehen: was tun, wenn Obdachlose oder Flücht­linge in den Zügen bleiben wollen. Wie sollen sie es auch in der Arschkälte aushalten? Und die DB? Wir schaffen so schon kaum unsere Arbeit, doch die DB setzt darauf, das wir uns ein Herz nehmen und irgendwie die Situation meistern, statt dass sie dringend was für die obdachlosen Menschen organisieren.

Heute Flüchtling, morgen Kollege

Die DB will 15 Flüchtlinge zu Elektrotechnikern ausbil­den. Viel zu wenig und deshalb hart umkämpft. Die Flüchtlinge wollen nicht „auf Kosten des Staates“ leben, sondern suchen nach Möglichkeiten, hier vernünftig zu leben und zu arbeiten. Und der nächste Streik wird kommen. Es liegt auch an uns, sie willkommen zu heißen, damit sie dann an unserer Seite stehen und mitkämpfen.

Ein Hoch auf die Ufos

Seit Tagen streiken die Flugbegleiter der Lufthansa. Sie wollen einen sicheren Ruhestand und keine Altersarmut.

Und während sonst der heilige Krieg zwischen Bahn und Fluggesellschaften beschworen wird, hilft die DB ganz selbstverständlich den Streik zu brechen und transportiert problemlos Passagiere. Wenn’s gegen die Arbeitenden geht, sind sie ganz dicke. Doch der Streik läuft. Direkt nach einem kurzen Streikverbot-Intermezzo gegen die Flugbegleitergewerkschaft UFO erlebte Lufthansa sogar den schlimmsten Streiktag. Wie schön.


Marx
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