Revolutionär Sozialistische Organisation

BVG: Wie kämpferisch ist ver.di?!

Donnerstag 14. Februar 2008

Am Freitag, den 1. Februar, standen Busse, U- und Straßenbahnen in Berlin still. Der Warnstreik im Tarifkonflikt beim Berliner Verkehrsbetrieb BVG war ohne Vorankündigung einen Tag vorgezogen und ausgedehnt worden. Vorausgegangen war ein „Angebot“ des von SPD und Linkspartei regierten Landes Berlin, das von den Arbeitenden als Provokation verstanden wurde, denn es schreibt die Lohnkürzung der letzten Jahre fort.

Bei der BVG hatte ver.di 2005 einer massiven Senkung von Lohn und Arbeitszeit zugestimmt, so dass rund 12% weniger rauskamen. Zudem wurde für alle neu Einzustellenden eine zusätzliche Absenkung um ca. 600 Euro (!) vereinbart.

Allein diese „Neubeschäftigten“ sollen nach dem Willen des Senats jetzt überhaupt mehr Geld kriegen, während alle anderen (über 90% der Beschäftigten) bis 2011 ganz leer ausgehen sollen. Die Wut der Basis war groß. So groß, dass ver.di es doch nicht bei einem kleinen Warnstreik am Wochenende belassen wollte, um nicht die Kontrolle zu verlieren: „Wir wollten keine unorganisierten Dinge geschehen lassen“ erklärte der ver.di-Verhandlungsführer.

Doch viel mehr als einmaliges Dampfablassen war das nicht. Statt eine Urabstimmung für einen echten Streik einzuleiten, den man auch mit dem Öffentlichen Dienst koordinieren könnte, passierte bis zum 13. Februar erst mal nichts, wo nur Verwaltungs- und Werkstättenpersonal zu einem neuen Warnstreik aufgerufen wurde. Die BVG-ler haben Grund genug sich zu wehren, nicht nur wegen schlechter Löhne, sondern auch wegen gekürzter Pausenzeiten und massiver Arbeitsintensivierung. Doch sollten sie sich dabei nicht auf die ver.di-Führung ver-lassen, die ihnen schon 2005 die Lohnkürzung eingebrockt hat!


Marx
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