Broschüre: Wäre das Klima eine Bank, wäre es schon gerettet

Klimawandel

Wir haben keine Zeit

Es gibt kaum richtige Worte für das, was mit unserem Planeten passiert, „Klimawandel“ ist ein zu freundlicher Ausdruck – „drohende Katastrophe“ beschreibt die Situation viel besser.

Die Welt leidet unter extremem Wetter. Das gibt uns eine Idee über unsere Zukunft.

In Bangladesch stehen bereits jetzt ganze Landstriche unter Wasser, obwohl das Land fast nichts an Treibhausgasen zum Klimawandel beiträgt – nach Schätzungen werden in 30 Jahren 17% bis 20% des Landes unter Wasser stehen1. Nicht nur Holland, Bangladesch oder die Südseeinseln werden wegen des steigenden Meeresspiegels überflutet. Auch Südlouisiana und andere Teile der USA sind betroffen. Die letzten Jahre waren Jahre massiven Regens, mit Hurrikans und Tornados und großen Fluten: da war der Hurrikan Harvey in der Karibik und im Süden der USA (1,5 Millionen Menschen wurden aufgefordert, die Region zu verlassen!), in Indien gab es 450 Tote nach einem gigantischen Regen. Wuppertal und Dortmund erlebten letztes Jahr enorme Wassermengen bei Wärmegewittern. Der Wirbelsturm Idai hat im Frühjahr dieses Jahres ganze Regionen von Südostafrika überschwemmt. In Simbabwe und Mosambik hat sich praktisch ein riesiger Binnenozean gebildet. Es gibt immer mehr Beispiele dieser Art. Das ist die eine Seite des Klimawandels.

Auf der anderen Seite gibt es große Hitze und Trockenheit. Von 2012 bis 2017 gab es in Kalifornien eine anhaltende Dürreperiode, mit der Waldbrände einhergingen. Das war aber nicht nur ein „Naturphänomen“, sondern ein hausgemachtes Problem – Energieunternehmen haben nicht in die Instandhaltung der Leitungssysteme investiert, der öffentliche Dienst wurde so kaputt gespart, dass es kein ausreichendes Warn- und Rettungssystem mehr gab. 2018 starben deswegen 88 Menschen bei Waldbränden und Tausende verloren ihr Zuhause. Vor wenigen Jahren waren 330 Millionen Menschen von der schlimmsten Dürre in der Geschichte Indiens betroffen. In Australien wurden im letzten Winter (also im australischen Sommer) extrem geringe Niederschlagsmengen gemeldet, gepaart mit großer Hitze. Nachrichtensender meldeten, dass es sich um die heißesten und trockensten Monate seit Beginn der Wetteraufzeichnung handelte.

Auch wenn niemand sagen kann, dass das, was wir an Extremen jetzt erleben sicher allein auf die menschengemachte Klimaerwärmung zurück geht, sind sich Wissenschaftler einig, dass Wetterextreme zunehmen und länger dauern werden.

Bislang galt es als gesetzt, dass eine Erwärmung über 1,5 Grad unbedingt verhindert werden muss. Doch die globale Durchschnittstemperatur hat sich bereits um 1 Grad erhöht, demnach werden die Klimaziele der nächsten Jahre nicht erreicht werden. Wer nimmt die 1,5 Grad-Marke überhaupt noch ernst? Der letzte Klimabericht der UN (United Nations Interngovernmental Panel on Climate Change Report – IPCC) beschäftigte sich daher mit der Frage, wie viel schlimmer die Folgen von 2 Grad Erderwärmung im Vergleich zu den bisher angenommenenn 1,5 Grad sein werden2. Der Bericht ist düstere Kost. Im Abschlussbericht der Kohlekommission wird noch dazu eine neuere Studie erwähnt, die davon ausgeht, dass ohne eine dramatische Reduzierung der Emissionen die Erde sogar in eine sogenannte „Heißphase“ gestoßen werden könnte – mit 5 bis 6 Grad höheren mittleren Temperaturen und einem Meeresspiegelanstieg von 10 bis 60 Meter!3

Selbst konservativere Berichte schlagen Alarm. Der letzte Bericht der Weltbank (World Bank Report) spricht davon, dass bis 2030 der Klimawandel weitere 100 Millionen Menschen in Armut hinabreißen wird. Bis 2050 könnten in den Regionen Sub-Sahara Afrika, Südasien und Lateinamerika 140 Millionen Menschen zu Klimaflüchtlingen werden4. Die Folgen des Klimawandel treffen ohnehin am stärksten die armen Regionen der Welt, wo es sowieso an Infrastruktur, medizinischer Versorgung, Lebensmitteln, Arbeit und so weiter fehlt. Klimawandel heißt auch steigende Lebensmittelpreise. Wissenschaftler sind sich einig, dass all die Folgen des Klimawandels eine größere Zahl an Kriegen und sozialen Konflikten mit sich bringen wird…. was den Finanzmärkten (und nicht nur denen) im Übrigen neue Geschäftsmodelle einbringt5.
Die Klimafrage spitzt sich zu, damit auch die ohnehin brisante soziale Frage. Wir stehen vor einem point of no return.

Was ist zu tun?

Im Sonderbericht des Weltklimarates IPCC heißt es klar:

Um die 1,5 Grad-Marke noch zu schaffen, sind dafür „schnelle und weitreichende Veränderungen“ („rapid and far-reaching transitions“) in allen wichtigen Sektoren der Weltwirtschaft nötig – in Energie, Industrie, Verkehr, Gebäuden, Städten und Landnutzung. Diese Veränderungen, so heißt es in der „Zusammenfassung für Entscheidungsträger“, sind von „beispiellosem Ausmaß“ („These system transitions are unprecedented in terms of scale, but not necessarily in terms of speed“).

Schnell und weitreichend heißt: Bis 2050 müssten die Treibhausgasemissionen praktisch bei Null liegen. Das wäre eine vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien. Für Industrie und Transport fordern die Wissenschaftler vergleichbare Maßnahmen um bis 2050 die Emissionen in enormem Ausmaß zu reduzieren.

Die Wissenschaftler sind sich einig: es kommt auf die nächsten Jahre an. Es muss gehandelt werden, in beispiellosem Ausmass, und das JETZT!

März 2019


Denn sie wissen nicht, was sie tun? Ganz im Gegenteil:
Die „politischen Entscheidungsträger“ haben seit Jahren alles auf dem Tisch!

FDP-Chef Lindner watschte die Schüler*innen von „fridaysforfuture“ ab. „Von Kindern und Jugendlichen kann man nicht erwarten, dass sie bereits alle globalen Zusammenhänge, das technisch Sinnvolle und das ökonomisch Machbare sehen“, sagte er und fügte hinzu: „Das ist eine Sache für Profis.“

Nur, den „Profis“ aus der Bundesregierung, wie allen Regierungen der Welt, liegen seit Jahrzehnten die Fakten auf dem Tisch. Aus der Wissenschaft kommen regelmäßig Forderungen nach konkreten Maßnahmen. Nur, die „Profis“ handeln nicht danach.

Diese „Profis“ aus der Politik dienen den Konzernen und Finanzinstituten. Ihnen das Feld zu überlassen, heißt den Konzernen und Finanzinstituten das Feld zu überlassen. Und die haben nur „das ökonomisch Machbare“ im Blick. Übersetzt: ihre Gewinne. Und das bedeutet, dass nicht die dringenden Maßnahmen in Angriff genommen werden, um die Klimakatastrophe zu verhindern. Politik und Wirtschaft sind verrückt genug, die Lebensgrundlage für die Menschheit zu zerstören. Und sie wissen, dass sie das tun.

All die Konferenzen und Kommissionen der letzten Jahrzehnte sind dafür der Beweis.

Es hat in den letzten Jahrzehnten eine Klimakonferenz nach der anderen gegeben. Immer begleitet von Protesten der Umweltbewegung und von Appellen der zahlreichen Nichtregierungsorganisationen (NGO).

Die erste „Weltklimakonferenz“, unter dem Dach der Vereinten Nationen fand bereits im Februar 1979 in Genf statt! Der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), eine mit Wissenschaftler*innen besetzte Institution der Vereinten Nationen, hat ihren ersten Sachstandsbericht bereits 1990 veröffentlicht. Auch wenn den Wissenschaftlern anfangs die Details des Klimawandels noch nicht klar waren, waren ihre Aussagen schnell klar: es gibt einen von Menschen gemachten massiven Anstieg von Treibhausgasen mit katastrophalen Folgen für Mensch, Umwelt und damit für die ganze Gesellschaft.

Seitdem sind so viele Jahre ins Land gegangen, eine Konferenz folgte der anderen, nach Rio 1992 und weiteren Konferenzen gab es Kyoto 1997, um von weiteren Konferenzen gefolgt zu werden…. dann Paris 2015…. Und was hat es gebracht…. außer heißer Luft?

Auch in Bezug auf Deutschland fehlte es nie an Selbstverpflichtungen, Berichten und Kommissionen. Die sogenannte Kohlekommission ist nur ein Beispiel. Sie hat – nicht überraschend – ein Ergebnis gebracht, das nichts enthält, um die Katastrophe aufzuhalten. Was folgt dieser Kommission? Die nächste. Es wurde jetzt eine Ministerrunde gebildet, die ein Klimagesetz erarbeiten und die Klimaziele umsetzen soll. Aber was sind denn das für „Klimaziele“? Die „ökonomisch Machbaren“… wenn es nach Leuten wie Christian Lindner geht. Die CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer ätzte schon rum, Deutschland stehe vor einer Deindustrialisierung im Zuge des Klimaschutzgesetzes. Das „ökonomisch Machbare“ hat uns dahin gebracht, wo wir stehen: vor einem Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur von 2 Grad.

All diese Konferenzen sollen den Eindruck erwecken, die Spitzenpolitiker, die die großen Wirtschaftsmächte repräsentieren, würden was tun. Sie würden den NGOs und Wissenschaftlern Gehör schenken. Aber obwohl alle Fakten dafür sprechen, dass dringend echte Maßnahmen ergriffen werden müssten, obwohl die übergroße Mehrheit der Weltbevölkerung dringende Maßnahmen gegen den Klimawandel und soziale Maßnahmen verlangt, liefern die Konferenzen und Kommissionen das nicht, sondern bedienen nur die Interessen der Kapitalisten – dem reichsten ein Prozent! Es ist völlig undemokratisch, was dort passiert! Wir, die 99 Prozent, und die reichen 1 Prozent leben auf völlig verschiedenen Planeten… Und die Kommissionen sollen das verschleiern.


Die Politik macht nicht „nichts“… sie sichert die Profite der großen Konzerne und Finanzinstitute

All die Kommissionen und Konferenzen, die seit Jahrzehnten stattfinden, sollen verstecken, dass der Staat (egal welche Parteien gerade an der Regierung sind) auf vielfältige Weise den großen Unternehmen und Banken Milliardenbeträge zukommen lässt. Man kann weder Merkel noch den Spitzenpolitikern vor ihr oder neben ihr vorwerfen, „nichts zu machen“. Es läuft oft versteckt ab. Wie die Konzerne und Finanzinstitute ihre Forderungen durchsetzen, wird verschleiert und ist nicht leicht im Detail nachzuvollziehen. Aber wir sehen zumindest die Ergebnisse: es gibt große Geldströme an gerade die Konzerne…. die selbst für die Zerstörung der Umwelt und die Zerstörung von Arbeitsplätzen verantwortlich sind.

Steinkohle, Atomstrom und nun der Kohleausstieg sind nur drei Beispiele:

Mit Steinkohle steinreich

Laut einem Bericht des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages flossen zwischen 1999 und 2017 insgesamt etwa 40 Milliarden Euro an Subventionen an den Steinkohlebergbau6. Wie viel Geld es seit dem zweiten Weltkrieg war, ist nicht klar. Es gibt Schätzungen von 200 bis 300 Milliarden Euro. Ende 2018 wurde das letzte Bergwerk geschlossen. Das ist aber nicht das Ende der Steinkohle. Sie wird weiter importiert.

Der Staat übernimmt die Kosten für den Atomausstieg… und legt sie auf die Bevölkerung um

In ein paar Jahren werden vermutlich die letzten Atomreaktoren in Deutschland abgeschaltet sein. 2001 hatten die Energiekonzerne bereits den mit der rot-grünen Bundesregierung ausgehandelten Atomausstieg feierlich vor laufenden Kameras besiegelt, es sollte ein „erster Schritt“ sein. Der Energiekonzern E.on nannte den Ausstieg allerdings „nicht unumkehrbar“. Damit waren sie nicht allein. Umweltverbände protestierten damals gegen den „Atomkonsens“, weil er den Energiekonzernen eine Garantie gab, noch viele Jahre Atomstrom zu produzieren. Den Energiekonzernen reichte auch das nicht. 2010, unter der CDU-FDP-Regierung mit Merkel an der Spitze, wurde alles wieder zurück gedreht. Dieselben Konzerne verlangten nun längere Laufzeiten mit dem Argument…. zu den Klimazielen beizutragen! Nach der Katastrophe von Fukushima 2011 kam doch der „Einstieg in den Ausstieg“, die Risiken waren zu hoch geworden, die Schrottmeiler mussten ohnehin vom Netz. Doch dem erneuten „Ausstieg“ folgten mehrere milliardenschwere Klagen der Konzerne… eine Strategie, die funktioniert7. Unter dem grünen Politiker Trittin wurde später eine Kommission geschaffen, um die Finanzierung der Endlagerung zu klären. Der Deal: die Konzerne überweisen 24 Milliarden an einen Staatsfonds und sind damit alle Risiken los. Wie überweist man 24 Milliarden? E.on, Vattenfall, RWE und EnBW haben es jedenfalls rausbekommen. Sie haben das auf einen Schlag im Sommer 2017 bezahlt!8 Geld haben sie… das Risiko, dass die Endlagerung teurer wird, trägt jetzt der Staat, also wir, die Bevölkerung.

Das Umweltbundesamt rechnete 2016 aus, dass der Staat auf vielfältige Weise seit Beginn bis 2010 Förderungen in Höhe von 82 Milliarden Euro an die Energiekonzerne für die Atomkraft gezahlt hat9.

Milliarden sind für den Kohleausstieg vorgesehen… der „Ausstieg“ ist der Einstieg in weitere Rendite

Hinter dem „Kohleausstieg“ verstecken sich weitere Zahlungen. Journalisten haben alle Beträge im Abschlussbericht der Kohlekommission zusammengerechnet und kommen auf Zahlungen in Höhe von rund 90 Milliarden Euro10, die in der einen oder anderen Form an die Energieunternehmen gehen werden oder an die Regionen, um den Mist wieder aufzuräumen. Eine erstaunliche Summe angesichts der Tatsache, dass der Kohleausstieg damit nur einige Jahre, Experten gehen von maximal zehn aus, vorgezogen wird! Die Energiekonzerne, die ohnehin vorhatten, Kraftwerke abzuschalten, sollen ihre Schweinereien nach dem Willen der Kohlekommission versüßt bekommen.


Wer war in dieser Kohlekommission und wer hat sie da hingesetzt?

Die Kohlekommission ist ein Beispiel dafür, wie eine „parteiunabhängige“ Kommission, in der sich „Experten“ aus allen Bereichen der Gesellschaft versammeln, dazu dient, die Macht und den Einfluss der großen Konzerne zu verstecken. Es sollte demokratisch aussehen, auch wenn es völlig undemokratisch ist.

Die Kohlekommission wurde bereits im Jahr 2016 im „Klimaschutzplan 2050“ festgelegt und im Koalitionsvertrag von CDU/SPD vereinbart. Sie hat im Juni 2018 ihre Arbeit aufgenommen.

Die Kommission hatte 28 abstimmungsberechtigte Mitglieder:

In verschiedenen Funktionen waren Vertreter von SPD und CDU dabei; aber auch von den Grünen und der FDP. Als Lobbyist für Erneuerbare Energien saß der frühere Fraktionsvorsitzende der Grünen von Nordrhein-Westfalen mit am Tisch; neben ihm die frühere Vorsitzende der Grünen, die heute Managerin eines Stadtwerkes ist und bei EnBW im Aufsichtsrat sitzt. Der Kommission gehörten außerdem Wissenschaftler, mehrere Vertreter der Wirtschaft und von Gewerkschaften sowie die Umweltverbände BUND, Naturschutzring und Greenpeace an11. Niemand war „unabhängig“, genauso wenig wie die „Sachverständigen“, die gehört wurden, unter denen Lobbyorganisationen und Wirtschaftsberater genauso zu finden waren.

Mit dabei in der Kommission war auch eine Vertreterin einer Bürgerinitiative von Dörfern aus der Lausitz, die vom Kohlebergbau bedroht sind. Sie sollte sicherlich vor allem den demokratischen Anschein waren und die „Zivilgesellschaft“ repräsentieren. Sie war übrigens die einzige, die Demokratie ernst genommen hat.


Der Bericht der Kohlekommission:
Die Wirtschaft diktiert, Politik, Greenpeace & Co. parieren

Am 26. Januar 2019 legte die Kohlekommission ihren Abschlussbericht vor – alle stimmten dafür – bis auf eine, die Vertreterin der Bürgerinitiative des Ortes Welzow in der Lausitz, das vom Tagebau bedroht ist12. Auch der Politiker der Grünen und die drei Umweltverbände haben zugestimmt und damit dem Bericht einen positiven Anstrich gegeben.

Laut Bericht sollen bis 2022 mehrere Braunkohlekraftwerke stillgelegt werden – aber darin sind Kraftwerke eingerechnet, die sowieso bereits abgeschaltet wurden und in die sog. Sicherheitsbereitschaft gegangen sind und währenddessen weiter finanziert werden und Kraftwerke, deren Abschaltung ohnehin ansteht, weil sie technisch veraltet sind13. Bis 2030 sollen weitere Kraftwerke abgeschaltet werden – die letzte Anlage 2038. Ein Zeitfenster, mit dem die Energiekonzerne ohnehin geplant haben? So lautet die Kritik einiger Journalisten. Außerdem gibt uns nichts eine Garantie, dass sich die Daten nicht noch weiter nach hinten verschieben.

Der Hambacher Forst soll laut Kommissionsbericht nicht abgeholzt werden, jedenfalls wäre das „wünschenswert“ – das haben allerdings die Umweltaktivisten und eine ansässige Fledermausart bereits durchgesetzt! Doch eine Garantie, dass Hambi bleibt, gibt es nicht.

Wie soll die Kohleverstromung ersetzt werden? Durch den Ausbau Erneuerbarer Energien, „marktgerecht“, und durch den Ausbau der Gasverstromung. Ein Segen für die Umwelt und für uns?

Der Abschlussbericht ist 336 Seiten lang – man hat einiges zu sagen und zu verstecken. Aber nicht versteckt wird, dass die Klimaschutzziele für Deutschland so nicht erreicht werden.

Die Umweltverbände haben ein eigenes Statement herausgegeben, um zu rechtfertigen, warum sie trotzdem zugestimmt haben14. Sie behaupten, sie hätten zugestimmt, „um den klimapolitischen Stillstand zu durchbrechen“. Aber die Empfehlungen der Kommission sind kein Fortschritt, er hilft nicht, im Kampf gegen die Klimakatastrophe voranzukommen, sondern gibt den Energiekonzernen Garantien, wie lange ihre Kraftwerke noch laufen können. Die Umweltverbände wissen das, denn sie kritisieren zu Recht das späte Ausstiegsdatum 2038 und die völlig unkonkreten Schritte bis 2030. Sie beklagen den Druck der Energiekonzerne und deren Verantwortung.

Aber ist das ein Grund zuzustimmen? Angenommen, es hätte nicht nur eine Gegenstimme gegeben, sondern vier oder sechs oder mehr? Wer hätte da noch von „Konsens“ sprechen können? Die Zustimmung gibt der Politik und den Unternehmen nun die Möglichkeit, auf den „Konsens“ der Kommission zu verweisen. Für die Industrie ist der „Konsens“ der Kohlekommission ein Segen: die Entscheidung sieht demokratisch aus. Für Kritiker ist es angesichts der Zustimmung der Umweltverbände und der Grünen schwer, dagegen zu halten.

Die Umweltverbände haben Recht, wenn sie den Druck der Energiekonzerne beklagen. Sie drohten im Vorfeld und bauten Schreckensszenarien auf. Aber heißt das nicht, dass die Umweltverbände und die Wissenschaftler an ihrer Seite nichts in der Hand haben, um dieser Macht etwas entgegenzusetzen? Sie kommen nicht voran, noch schlimmer, trotz ihrer Kampagnen verlieren wir an Boden.

Der Aktienkurs von RWE ist übrigens stetig gestiegen, je näher das Ergebnis der Kommission rückte. Bedarf es noch eines Beweises dafür, wer profitieren wird? Es sei denn, die Klimastreiks machen ihnen einen Strich durch die Rechnung.


„Wenn die Lösungen innerhalb des Systems unmöglich zu finden sind, müssen wir vielleicht das System selbst verändern.“ (Greta Thunberg)

In Diskussionen über Klimawandel oder ganz allgemein über Umweltzerstörung ist es ein beliebtes und allzu oft gehörtes Argument, wir müssten (nur) alle bei uns selbst anfangen und individuell unseren „ökologischen Fußabdruck“ verkleinern durch geringeren und ökologischeren Konsum. Wer als Aktivist oder Aktivistin da keine „reine Weste“ hat, gerät durchaus unter Rechtfertigungsdruck, und zwar ausgerechnet gegenüber Medien und Politiker*innen, die die Proteste gegen die Umweltpolitik lieber lächerlich machen wollen.

Die Bewegung Fridays for Future bricht zum Glück mit dieser Vorstellung, denn als breite Mobilisierung bringt sie deutlich zum Ausdruck, dass die Zeit drängt für ein gesamtgesellschaftliches Umsteuern und wir uns nicht mit kleinen individuellen Schritten zufrieden geben können. Greta Thunberg, die die Bewegung anstieß, hat der versammelten Wirtschaftselite in Davos ins Gesicht gesagt, dass eben diese und ihr Gewinnstreben verantwortlich sind für den Zustand unseres Planeten.

Dennoch taucht immer wieder die Vorstellung auf, wir alle als Konsument*innen tragen in gewisser Weise Mitschuld an der Zerstörung unserer Umwelt und es läge in unserer individuellen Verantwortung, daran etwas zu ändern.

Diese Argumentation muss entschieden zurückgewiesen werden, denn…
sie verkehrt Täter und Opfer der Umweltzerstörung,
sie lenkt damit von den wirklichen Verantwortlichen ab und hilft ihnen, ihre Verbrechen gegen Menschen und Umwelt fortzusetzen,
sie wirkt als Beruhigungspille und gaukelt uns vor, das Richtige zu tun, während die Welt weiter und immer schneller zugrunde geht,
sie behindert die Suche nach den wahren Ursachen der Umweltzerstörung und nach den wirklich notwendigen Antworten,
sie führt deshalb zur Vergeudung von moralischer Energie, gutem Willen und Engagement, die dringend gebraucht werden um die Klimakatastrophe wirklich zu verhindern,
sie schreckt andere davon ab, sich für eine radikale Klimawende einzusetzen, weil ihnen suggeriert wird, das ginge nur über Verzicht und Verschlechterung ihrer Lebensverhältnisse,
sie spielt Umweltschutz (durch Konsumverzicht) aus gegen Bekämpfung von Armut, die (vor allem weltweit) mit höherem Konsum der heute Bedürftigen einhergeht.

1. Die Verkehrung von Tätern und Opfern

Im Kapitalismus wird die gesamte Wirtschaft von relativ wenigen großen Konzernen und ihren Interessen dominiert. Weil Produktionsanlagen, Transport und ein Großteil der Infrastruktur in privaten Händen sind, entscheiden die Profitinteressen dieser wenigen Superreichen darüber, was, wie, wo produziert wird und damit einhergehend, wie viel Treibhausgase und andere Gifte ausgestoßen werden. Für ihre Profite zerstören sie – das 1 %, wie die Occupy-Bewegung16 sie genannt hat – die Umwelt, unsere Umwelt. Wir alle haben unter den Folgen zu leiden, besonders stark natürlich die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Wir alle sind also die Opfer dieses Wirtschaftssystems und der wenigen Profiteure, die die Umwelt und letztlich die gesamte Menschheit bedrohen. Sie und ihr Wirtschaftssystem sind schuld!

Wenn behauptet wird, wir als Konsument*innen würden sie zu diesem Verhalten provozieren, weil wir billig und bequem leben wollten, und wir könnten das abstellen, indem wir bio, fair-trade, umweltfreundlich konsumieren, dann wird die Schuldfrage auf den Kopf gestellt. Uns wird die Verantwortung zugeschoben, uns so zu verhalten, dass den Verantwortlichen möglichst wenig Anlass geboten wird, ihre verbrecherischen Triebe auszuleben.

2. Die Großen lässt man laufen…

Mit dem Argument, wir könnten den Klimawandel durch unsere individuellen Konsumentscheidungen aufhalten, sind angeblich wir alle schuld – oder aber in den Augen der „vorbildlich Konsumierenden“ all die anderen, die immer noch all die Produkte kaufen und nutzen, die diese kapitalistische Gesellschaft in Massenproduktion auf den Markt wirft.

Damit würden wir die wirklich Verantwortlichen davonkommen lassen. Zum Beispiel die 33 internationalen Großbanken, die allein seit dem Pariser Klimaschutzabkommen 2015 1,9 Billionen Dollar in die Ausbeutung fossiler Brennstoffe investiert haben – natürlich um damit saftige Renditen zu machen.17 Mit fossilen Energieträgern werden Milliarden gemacht, es geht um billionenschwere Investitionen: bei Energie, Nahrungsmittelproduktion, Plastik, Medikamenten, Transport und Waffen. Alles hat Verbindung zu fossilen Energieträgern. Dort sind die Täter zu finden.

3. Es sind große Veränderungen nötig… das geht nicht auf Zehenspitzen

Der Versuch, den „eigenen“ ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, scheitert regelmäßig daran, dass dieses kapitalistische System jedes Produkt, was wir nutzen wollen, mit Riesenlatschen ausstattet, die alles platt trampeln. Wir haben das Schuhwerk nicht in der Hand und damit auch nicht „unseren“ ökologischen Fußabdruck, solange wir nicht die Spielregeln machen, nach denen produziert wird.

Oder versuch mal, deinen individuellen Konsum von Rheinmetall-Panzern zu reduzieren. Was bringen ein paar Radfahrer*innen mehr, wenn auf der anderen Seite durch weltweit steigende Autoverkäufe und neue Methoden der Erdölförderung der CO2-Ausstoß weiter steigt? Wie viel bringt es, als Einzelner regionale Lebensmittel zu kaufen, wenn die großen Unternehmen, um stärker zu wachsen, ihre Produktion und Absatzmärkte auf die ganze Welt verteilen.

Wo auf der einen Seite mit Fairtrade und Bio das Markenimage aufgewertet wird, werden auf der anderen Seite Umweltauflagen und Arbeitsbedingungen noch stärker umgangen. Wer weiß schon genau, was tatsächlich hinter den Kulissen abläuft. Dies heißt nicht, dass man nicht darüber nachdenken kann und soll, was und wie man einkauft. Aber das reicht überhaupt nicht, um uns zu beruhigen nach dem Motto „Ich habe ja wenigstens selber meinen kleinen Teil dazu beigetragen“ in einer Welt des kapitalistischen Wahnsinns, in der millionenfach Umweltsünden der Konzerne verübt werden. Es geht darum, den Wahnsinn überhaupt zu beenden.

4. “System Change – not Climate Change“

Ein Problem des individuellen Verzichts ist auch die Fülle an undurchsichtigen Informationen. Wir haben kaum Informationen über die Produktionsweise von Gütern. Wir wissen nicht wie viele Transportkilometer hinter einem Produkt liegen oder wie viel Treibhausgase bei der Produktion ausgestoßen worden sind. Wusstest du zum Beispiel, dass es im Frühjahr ökologischer sein kann, Äpfel aus Neuseeland zu essen, als heimische Lageräpfel?18 Dies ist nur ein Produkt von Tausenden.

Eine ökologisch geplante Wirtschaft würde ökologisch unsinnige Produkte einfach lassen. Im Kapitalismus wird nur auf den Profit geschaut.

Die Ursachen für die Klimakrise hängen unmittelbar mit der kapitalistischen Wirtschaft zusammen: Wachstum und Steigerung der Profite um jeden Preis, um mit dem Druck der Konkurrenz mithalten zu können. Für langfristiges Denken ist einfach kein Platz, wenn die Dividende auf der nächsten Aktionärsversammlung stimmen muss. Die Folge dieses Handelns ist eine immer schnellere Ausbeutung der Ressourcen des Planeten. Eine der Absurditäten kapitalistischer Produktion ist, dass Produkte hergestellt werden, deren kurze Haltbarkeit extra geplant sind, damit wir gezwungen sind, früher neue Produkte zu kaufen.

5. Konzentrieren wir uns auf den entscheidenden Kampf – gegen den Kapitalismus und diejenigen, die ihn verteidigen

Die Versuche die ökologischen Probleme im Rahmen des Kapitalismus zu lösen, sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Weil die Regierungen und ihre Politiker*innen keine tatsächlichen Schritte gegen die großen Konzerne und Finanzinstitute unternehmen wollen und können (in deren Aufsichtsräten sie oft genug sitzen, von deren Lobbyisten sie beraten werden und von deren Spenden ihre Parteien leben). Obwohl der Klimawandel und seine Folgen für die Menschheit und die Natur seit Jahrzehnten bekannt sind und Wissenschaftler seit langem davor warnen, sinken nicht etwa die Treibhausgase, sie steigen seit Anbeginn des Kapitalismus.

Dieses System ist nicht in der Lage von heute auf morgen so große Veränderungen herbeizuführen , die wir heute bräuchten.

Der „Grüne“ Kapitalismus ist keine Alternative, denn auch hier sprechen die Kapitalisten weiterhin vom Wachstum und Profit und nur was Profit bringt wird umgesetzt. Aber die Logik des Profits ist eine Logik, die bisher immer auf Kosten des Menschen und der Umwelt ging. Zudem sind viele „grüne Technologien“ im Kapitalismus wenig bis gar nicht grün, also nicht CO2-arm und auch nicht umweltverträglich. So tragen Autos, die mit „Bio“treibstoff betrieben werden, für den Regenwald abgeholzt und Monokulturen hochgezogen werden, nichts zum Klimaschutz bei. Werden bei den viel propagierten Elektroautos auch die Herstellung des Autos und der Batterien sowie die Stromerzeugung einbezogen, bleibt von Umweltfreundlichkeit nicht viel19. „Grüne“ Technologien bescheren allerdings ein paar Firmen schöne Profite.

6. Verzichten wir auf die Reichen, nicht auf Lebensqualität

Tatsächlich wird eine wirklich ökologische Wirtschaft auch eine Veränderung unseres Lebensstiles bedeuten. Denn es ist fraglich, ob wir SUVs in Innenstädten oder Spargel aus Peru so dringend brauchen. Im Kapitalismus sind individuelle Entscheidungen, so auch unser Konsumverhalten, nur in einem vorgegebenen und begrenzten Rahmen möglich. Oder hast du schon mal versucht mit den Öffis deine Verwandten oder Freunde im Dorf zu besuchen? Schon ein kostenloser und gut ausgebauter pünktlicher Nah- und Bahnverkehr würde eine große Veränderung bringen.

Laut eines Berichtes von Oxfam ist die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung, immerhin 3,5 Milliarden Menschen, für gerade mal 10% der globalen Emissionen (bezogen auf individuellen Konsum) verantwortlich; während die reichsten 10% für ungefähr 50% verantwortlich sind. Dabei gibt es nicht nur ein Gefälle zwischen den Industrienationen und dem Rest der Welt, sondern auch innerhalb der Industrienationen. In Deutschland sind die Treibhausgasemissionen, berechnet auf den individuellen Konsum der reichsten 10%, fast doppelt so groß wie die des Restes der Bevölkerung.20

Es geht darum, Ressourcen gerecht aufzuteilen. Das ist eine Frage des Klimaschutzes, aber auch der sozialen Gerechtigkeit. Millionen Menschen auf der Erde haben gar keinen Zugriff auf lebensnotwendige Güter. Ein gerechter Umweltschutz muss auch sozial gerecht sein. Beides ist nicht gerade die Stärke des Kapitalismus. Letztendlich muss es darum gehen, gemeinsam die Macht der Konzerne durch eine radikale Veränderung der Wirtschaft zu brechen.

7. Klimawandel und soziale Gerechtigkeit – ein gemeinsamer Kampf gegen dieselben Verantwortlichen

Auf die Frage, ob den Schüler*innen ihre Schulnoten egal sind, wenn sie die ganze Zeit „schwänzen“, antworten sie zu Recht, dass Schulnoten nicht von Bedeutung sind, wenn morgen der Planet zerstört ist. Viele französische Gelbwesten antworteten auf die Frage, warum sie gegen eine Erhöhung der Benzinpreise sind, ich kann mich nicht um die Umweltprobleme von morgen kümmern, wenn ich heute nicht weiß, wie ich Miete und Essen bezahlen soll. Beide haben recht, doch die Lösung des einen Problems darf nicht auf Kosten des anderen erfolgen. Die Konzerne und Finanzinstitute spielen Energie- und Verkehrswende gegen soziale Fragen aus, vor allem, indem sie mit Arbeitsplatzabbau drohen. Tatsächlich geht es um einen gemeinsamen Kampf.

Seit vielen Jahrzehnten ist der Klimawandel wissenschaftlich belegbar und bekannt, aber die Konzerne haben weiterhin auf dem Rücken der Umwelt und der Beschäftigten Profite erwirtschaftet. Sie sollen den Wandel bezahlen. Die Arbeitenden sitzen dafür am entscheidenden Hebel: Sie sind die einzigen, die genau wissen, welche Umweltschweinereien die Unternehmen begehen (wenn ein paar Ingenieure mutiger gewesen wären, wäre der Dieselskandal viel früher herausgekommen) und was technisch möglich ist. Und sie können enormen ökonomischen Druck ausüben, denn ohne sie läuft nichts: es fährt kein LkW, kein Geld wird transferiert, kein Auto produziert, die Kohlebagger stehen still. Alle Umfragen zeigen, dass die Mehrheit der Bevölkerung hinter den Forderungen der Schüler steht. Es wäre eine Maßnahme gegen die Klimakatastrophe, wenn die Eltern neben den Schüler*innen stehen und streiken würden.

Nicht nur national, sondern auch international braucht es soziale Gerechtigkeit, denn der Klimawandel ist ein Problem der gesamten Menschheit. Menschen sind jedoch je nachdem in welchem Erdteil sie leben und zu welcher gesellschaftlichen Klasse sie gehören, sehr unterschiedlich betroffen. In Afrika führen Dürrekatastrophen zu zigtausenden Toten, während die Reichen weiterhin an Nahrungsmittel herankommen. Bangladesch wird durch den Anstieg des Meeresspiegels in den nächsten Jahrzehnten zu großen Teilen dauerhaft überflutet werden. Wo soll die arme Bevölkerung hin? Diese Liste ließe sich beliebig ergänzen.


Geplante Obsoleszenz – Eine kapitalistische Absurdität

Unter geplanter Obsoleszenz ist der Prozess bei der Herstellung zu verstehen, bei dem bewusst Schwachstellen eingebaut werden, die die Haltbarkeit und/oder die Funktion des Produktes einschränken. Durch bewusst schlechte Verarbeitung, Einbau von Fehlern und Benutzung von Rohstoffen minderer Qualität wird die Lebensdauer herabgesetzt. Es sollen dadurch in kürzeren Zyklen neue Produkte verkauft und somit mehr Profit erwirtschaftet werden. Wir kennen das, wenn der Akku schon nach kurzer Zeit schlapp macht, aber das Handy eigentlich noch funktioniert. Aber weil der Akku fest verbaut ist, muss ein Neues her. Darunter zählen auch Maßnahmen, die die Produkte schneller abnutzen lassen. Heutzutage ist es wichtig, dass erst nach Ablauf der Garantie die Produkte kaputt gehen oder abgenutzt sind. Schon 1932 wurde dieser Vorgang von Bernard London, einem Börsenhändler, beschrieben, der sich angesichts der Weltwirtschaftskrise Gedanken gemacht hatte, wie die Wirtschaft wieder angekurbelt werden könnte.. Aus einem Gutachten der Bundestagsfraktion der Bündnis 90/Die Grünen von 2013 geht hervor, dass den Verbrauchern allein in Deutschland durch geplante Obsoleszenz jährlich schätzungsweise 101 Milliarden Euro verloren gehen… und in den Bilanzen der Unternehmen wieder auftauchen.21


Eine andere Welt ist möglich und nötig

Es wird oft gefordert, dass in der Wirtschaft statt Profitgier und sinnlosem Endloswachstum neue, nachhaltige Werte Einzug halten müssten. Doch mit Moral ist der zerstörerischen Dynamik des Kapitalismus nicht beizukommen. Echte Lösungen werden erst in einer Gesellschaft möglich sein, in der dem Profit einzelner weniger nicht alles untergeordnet wird. Das wäre eine Gesellschaft ohne Kapitalisten, wo die Macht in den Händen der Mehrheit läge, wo die Arbeitenden die Kontrolle hätten, in der die Wirtschaft organisiert und geplant wird im kollektiven Interesse, orientiert an den Bedürfnissen des Menschen und der Umwelt

Es gibt bereits jetzt viele sinnvolle technische Möglichkeiten, die den Kapitalisten aber zu teuer sind. In einer solchen demokratischen und geplanten Wirtschaft stünden umwelt- und den Menschen schonende technische Möglichkeiten an erster Stelle, könnten Produkte langlebig konstruiert werden, Werbung würde uns nicht mehr erzählen, was wir alles brauchen, sondern wie wir ressourcenschonend unsere Bedürfnisse befriedigen können. Wir müssten uns nicht mehr über jedes Produkt informieren, wie klimaschädlich oder freundlich es ist, sondern dies wäre transparent und klimaschädliche Produktion würde vermieden werden.

Diese Gesellschaft wird aber nicht von selber kommen, sondern nur wenn wir gemeinsam die Macht der Konzerne und Kapitalisten auf revolutionärem Weg brechen. Unsere Zukunft hängt davon ab.


Die Texte sind als Broschüre bei uns erhältlich. Einfach melden!

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